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Rückblick: Um Tibet wird seit langem gestritten

Die Selbstbestimmung der Tibeter ist seit vielen Jahrzehnten umkämpft. Wir zeigen die wichtigsten Stationen in der jüngeren Geschichte des Landes.

Tibetische Mönche demonstrieren am 17. März 2008 in der chinesischen Provinz Qinghai gegen die chinesischen Behörden. Die Selbstbestimmung der Tibeter ist seit vielen Jahrzehnten umkämpft.
Tibetische Mönche demonstrieren am 17. März 2008 in der chinesischen Provinz Qinghai gegen die chinesischen Behörden. Die Selbstbestimmung der Tibeter ist seit vielen Jahrzehnten umkämpft.
Foto: dpa

Peking. Seit vielen Jahrzehnten ist die Selbstbestimmung der Tibeter strittig. Vor der Gründung der kommunistischen Volksrepublik 1949, als China durch den Bürgerkrieg und die Invasion der Japaner in Kriegswirren versank, war das größte Hochland der Erde jedoch über Jahrhunderte praktisch unabhängig. Die wichtigsten Stationen in der Entwicklung des Landes der letzten 100 Jahre:

1912: Nach dem Sturz der Qing-Dynastie in Peking werden die chinesischen Truppen aus Lhasa vertrieben, der 13. Dalai Lama erklärt die Unabhängigkeit, Tibet regiert sich bis 1950 selbst.

1935: Am 6. Juli wird der 14. Dalai Lama geboren.

1949: Gründung der Volksrepublik China durch Mao Tsetung.

1950: Einmarsch der chinesischen Volksbefreiungsarmee in Tibet.

1951: In einem 17-Punkte-Abkommen geben tibetische Vertreter unter chinesischem Druck die Unabhängigkeit auf, bekommen dafür die Autonomie zugestanden.

1951: Im September trifft die Volksbefreiungsarmee in Lhasa ein.

1954: Der Dalai Lama besucht Peking.

1959: Am 10. März beginnt ein Volksaufstand gegen die Chinesen in Lhasa, am 17. März 1959 flüchtet der Dalai Lama nach Indien. In der Folge werden viele Klöster und Tempel zerstört.

1965: China gründet die Autonome Region Tibet in der Hälfte des tibetischen Siedlungsgebietes, der Rest des alten Tibets wird chinesischen Nachbarprovinzen zugeschlagen.

1966: Die chinesische Kulturrevolution beginnt, weitere Tempel und Klöster werden zerstört, die Landwirtschaft wird kollektiviert.

1976: Tod von Mao Tsetung, Ende der Kulturrevolution.

1979: Langsame Liberalisierung und Öffnung Tibets.

1980: Besuch von Parteichef Hu Yaobang in Tibet.

1985: Tibet öffnet sich für den Massentourismus.

1987: Unruhen in Lhasa und Shigatse.

1989: Proteste in Tibet werden unter Hu Jintao, dem heutigen Staats- und Parteichef Chinas, blutig niedergeschlagen.

2002: Vertreter der chinesischen Regierung nehmen mit Vertretern des Dalai Lama einen Dialog auf, der bis heute ohne Ergebnis bleibt.

2008: Nach gewalttätigen Ausschreitungen gegen Chinesen am 14. März in Lhasa breiten sich Proteste in andere tibetische Regionen aus. Der Aufstand wird niedergeschlagen. Viele Tibeter kommen in Haft. Tibet wird für ausländische Journalisten gesperrt. (dpa)

Datum:  6 | 3 | 2009
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