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10. April 2011

Rüstungsausgaben: 1.630.000.000.000 Dollar für Waffen und Soldaten

 Von Hannes Gamillscheg
China wird in diesem Jahr seinen Militärhaushalt wieder deutlich um 12,7 Prozent steigern.  Foto: dpa

Die Staaten der Welt haben 2010 so viel Geld für das Militär ausgegeben wie nie zuvor. Den größten Zuwachs verzeichnete Südamerika - was die Experten vom Friedensforschungsinstitut Sipri überrascht.

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Kopenhagen –  

China ist im letzten Jahrzehnt auch militärisch zur Supermacht aufgestiegen. Seit 2000 hat die Regierung in Peking die Rüstungsausgaben nahezu verdreifacht und ihr Land damit deutlich als zweitgrößte Militärmacht positioniert. Weit vor China liegen weiterhin die USA, die sechsmal so viel für Waffen ausgeben und allein für 43 Prozent der weltweiten Rüstungsbudgets stehen. Dies geht aus dem neuen Rapport über die globalen Militärausgaben hervor, den das angesehene Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri am heutigen Montag veröffentlicht.

1.630.000.000.000 Dollar haben die Staaten dieser Welt 2010 für das Militär ausgegeben. Das sind umgerechnet 1,15 Billionen Euro – so viel wie noch nie. Zum Vergleich: die staatliche Entwicklungshilfe betrug nicht mal ein Zehntel. Hinter den USA und China folgen Großbritannien, Frankreich und Russland. Deutschland nimmt Platz acht im Rüstungs-Ranking ein.

Im vergangenen Jahrzehnt sind die globalen Rüstungsausgaben um 50 Prozent gestiegen, zuletzt haben die Folgen der Wirtschaftskrise das Wachstum jedoch gebremst. Für 2010 errechnete Sipri mit 1,3 Prozent die niedrigste Zuwachsrate seit der Jahrtausendwende. Sie hatte seither durchschnittlich bei über fünf Prozent gelegen. Auch in den USA schrumpfte das Wachstum 2010 von zuvor durchschnittlich 7,4 auf 2,8 Prozent, seit dem 2001 begonnenen „Krieg gegen den Terror“ haben die US-Militärausgaben jedoch um 81 Prozent zugenommen, während sie im „Rest der Welt“ nur um 32 Prozent stiegen.

Rückgang in Europa

Auch im neuen Budget von US-Präsident Obama ist das Militär vom Stopp für öffentliche Ausgaben ausgenommen. Der Anteil am Sozialprodukt der USA liegt bei 4,8 Prozent. Nur im Nahen Osten belasteten die Militärkosten die Volkswirtschaft stärker, betont Sam Perlo-Freeman, Direktor des Sipri-Rüstungsprogramms.

Die Folgen der Krise wirken sich regional unterschiedlich auf die Militärausgaben aus. In Europa fielen diese im Vorjahr um 2,8 Prozent, seit die Regierungen bei den Budgets den Rotstift ansetzten. Von der Krise besonders gebeutelte Länder wie Bulgarien, Lettland und Georgien sparten mehr als 25 Prozent. Auch in Griechenland und Ungarn werden Militärausgaben stark beschnitten.

In Asien (Zuwachsrate 1,4 Prozent) dämpfte die Krise ebenfalls die Militärinvestitionen. Peking begründete den Anstieg um „nur“ 3,8 Prozent im Jahr 2010 gegenüber zweistelligen Zuwachsraten in den Jahren davor ausdrücklich mit der schwächeren wirtschaftlichen Leistung. Dennoch sind Chinas Rüstungsausgaben nun doppelt so hoch wie die russischen, und die Waffenindustrie wird auch auf den Exportmärkten immer aktiver. Im Nahen Osten stiegen die Militärausgaben um 2,5 Prozent, in Afrika gar um 5,2 Prozent. Der Anteil Afrikas an den globalen Rüstungskosten beträgt aber weniger als zwei Prozent.

Den größten Zuwachs der Militärbudgets verzeichnete Südamerika mit 5,8 Prozent. Sipris Lateinamerika-Expertin Carina Solmirano bezeichnet dies als „überraschend, angesichts des Fehlens reeller militärischer Bedrohung“ der meisten Staaten und der „Existenz weit dringlicherer sozialer Nöte“. Das starke Wirtschaftswachstum der Region sei Teil der Erklärung. Außerdem versuche Brasilien, das für den Löwenanteil der Zusatzkosten verantwortlich ist, seine internationale Position zu stärken, was mit einer Modernisierung des Militärsektors einhergehe.

Interne Sicherheitsprobleme führten in Kolumbien und Peru zur Aufrüstung, außerdem schlägt bessere Bezahlung der Soldaten in den Statistiken durch.

Sipris Daten sind nicht vollzählig. Irans Militärausgaben sollen nach Medienberichten im Vorjahr um 20 Prozent gewachsen sein. Doch es sei nicht möglich gewesen, diese Angaben zu verifizieren, unterstreichen die Forscher. Ähnliches gelte für Länder wie Nordkorea und Birma.

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