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01. August 2012

Rüstungsindustrie: U-Boote, Drohnen und Hightech

 Von Jakob Schlandt
Heckler & Koch baut einige der modernsten Handfeuerwaffen. Foto: Heckler&Koch

Deutschland ist der drittgrößte Exporteur von Rüstungsgütern. Eine Übersicht über die wichtigsten Akteure und ihre Produkte.

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In der deutschen Rüstungsindustrie gibt es eine klare Hierarchie: Oben thront der europäische Rüstungsriese EADS als einziger unter den zehn weltweit größten Waffenherstellern, danach kommt lange nichts. EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) stellt den Kampfjet Eurofighter her, dazu Militärhubschrauber, Truppentransporter, Raketen und Radarsysteme. Der Rüstungsumsatz lag 2011 bei 11,6 Milliarden Euro, wird aber nicht nur in Deutschland, sondern eben auch im europäischen Ausland, vor allem in Frankreich, erwirtschaftet. Die Deutschlandzentrale ist in München. EADS ist zum Teil in deutscher, französischer und spanischer Staatshand.

Als Großkonzern geht auch noch Rheinmetall durch (Rüstungsumsatz 2011: 2,1 Milliarden Euro). Die Düsseldorfer stellen unter anderem Drohnen, Flugabwehrkanonen und Hightech-Ausrüstung für die Infanterie her. Und sie gehören weltweit zu den führenden Herstellern von Panzerfahrzeugen, darunter auch der umstrittene Leopard 2, von dem 200 Exemplare von dem Wüstenstaat Katar angefragt wurden.

U-Boote könnten mit Atomraketen bestückt werden

Der Leopard – laut Eigenwerbung „Der leistungsfähigste Kampfpanzer der Welt“ – wird zusammen mit der Nummer drei der deutschen Rüstungsindustrie gebaut, mit Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Panzerhaubitzen, Raketenwerfer, Schützenpanzer: Die Münchner bauen vor allem schweres Gerät, das über das Schlachtfeld rollt. 3 500 Menschen arbeiten bei KMW.

Die Nummer vier in Deutschland, ThyssenKrupp Marine Systems, hat sich auf etwas ganz anderes spezialisiert: recht kleine, aber kampfstarke und extrem leise U-Boote, außerdem Kampfschiffe. Der Umsatz lag zuletzt bei rund 1,5 Milliarden Euro. Vor allem der U-Boot-Deal mit Israel ist umstritten, denn die Tauchschiffe könnten mit kleinen Atomraketen bestückt werden.

Die Nummer fünf in Deutschland, die Rüstungssparte des Nürnberger Diehl-Konzerns, liegt mit knapp 650 Millionen Euro Umsatz schon weit hinter ThyssenKrupp. Spezialität: Luftabwehrraketen, vor allem die hochmoderne Iris-T. MTU Aero Engines aus München hat einen ähnlich hohen Rüstungsumsatz und stellt Düsentriebwerke her.

Dank Hochtechnologie gut im Geschäft

Spätestens hinter MTU beginnt der Rüstungsmittelstand. Atlas Elektronik aus Bremen baut Torpedos, Tognum aus Friedrichshafen am Bodensee Großmotoren auch fürs Militär. Renk aus Augsburg liefert Getriebe für Panzer und Schiffe.

Erstaunlich klein ist die vielleicht bekannteste deutsche Waffenschmiede: Die Firma Heckler & Koch aus dem schwäbischen Oberndorf. Der Umsatz lag 2010 bei gut 200 Millionen Euro. Die Summe wurde von 640 Beschäftigten erwirtschaftet. Sturmgewehre, Pistolen, schwere Maschinengewehre – Heckler & Koch baut einige der modernsten Handfeuerwaffen der Welt.

Trotz der Kleinteiligkeit ist die deutsche Rüstungsindustrie dank Hochtechnologie gut im Geschäft. Zwar muss die Bundeswehr sparen, aber das wird zum Teil mit Ausfuhren teils wettgemacht. Auf der Rangliste der waffenexportierenden Länder lag Deutschland zuletzt mit einem Anteil von elf Prozent auf Platz drei. Das geht aus den jüngsten Erhebungen des Stockholmer Friedensinstituts Sipri hervor. Überholt, wenn auch deutlich, wird Deutschland nur von den USA (30 Prozent) und von Russland (23 Prozent).

Die größten Abnehmer für deutsche Rüstungsgüter finden sich mehrheitlich in Europa. Zwischen 2006 und 2010 gingen die meisten Waffen nach Griechenland (15 Prozent), Südafrika (11 Prozent) und in die Türkei (10 Prozent). Durch große Deals wie die Panzerlieferungen nach Saudi-Arabien, das 600 Leopard-Panzer kaufen möchte, und Katar können sich diese Anteile jedoch innerhalb kurzer Zeit drastisch verschieben.

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