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11. Dezember 2012

Russland Iglu Grundschule: Mit Puschkin zum Erfolg

 Von Christian Esch
Kalashnikov zerlegen: gut! Trotzdem verschlechtern sich die Noten russischer Schüler, sobald sie die Grundschule verlassen.  Foto: ASSOCIATED PRESS

Schon vor fünf Jahren stand Russland auf dem vordersten Rang der Iglu-Studie, diesmal haben Russlands Viertklässler ebenfalls gut abgeschnitten. Doch die guten Leistungen der russischen Schüler scheinen nach der Grundschule wieder verloren zu gehen.

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Moskau –  

Russlands Viertklässler haben gut abgeschnitten in der Iglu-Studie, und das ist nicht zum ersten Mal so. Schon vor fünf Jahren standen sie auf dem vordersten Rang. Irgendetwas muss die russische Grundschule also richtig machen. Der Schulbesuch beginnt für die russischen Erstklässler ein Jahr später als für die deutschen, dafür aber umso feierlicher.

Lesen lernen im Kindergarten

Statt einer Zuckertüte tragen sie Blumen in der Hand. Die sind für die Klassenlehrerin gedacht, die sie noch gar nicht kennen – und die sie die nächsten vier Jahre über begleiten wird und vielleicht sogar ein Leben lang, denn das Verhältnis der Schüler zu ihren Lehrern ist emotionaler als in Deutschland.

Viele Schulen verlangen, dass schon Erstklässler Lesekenntnisse mitbringen. Die haben viele Kinder im letzten Jahr des Kindergartens erwerben können – den auch in Russland aber nicht alle besucht haben.

Der Leistungsdruck an russischen Schulen ist hoch, auch wenn die Erstklässler vielerorts noch ein wenig geschont werden. Die Kinder sind außerdem lange an der Schule – bis 18 Uhr kann man sie in der „Prodljonka“ betreuen lassen, was aber zum Ärger vieler Eltern nicht unbedingt bedeutet, dass die Hausaufgaben dort schon erledigt würden.

Vielleicht liegt es aber auch einfach an der größeren Verehrung für Literatur, dass die russischen Grundschüler gut lesen können. Es dürfte schwer fallen, einen Moskauer Viertklässler zu finden, der keine Puschkin-Gedichte oder Krylow-Fabeln auswendig gelernt hat, weil das zum klassischen Bildungsideal gehört. Die Kinder lernen dabei übrigens durchaus fürs Leben: Verse zu rezitieren gehört zur russischen Festkultur.

Schlechte Pisa-Ergebnisse

Wie einst in der DDR bleiben die Schüler während ihrer gesamten Schulzeit im selben Klassenverband, von der ersten bis zur elften Klasse. Bedauerlicherweise aber setzt sich der Erfolg der Grundschule in den späteren Klassen nicht fort. In den Pisa-Studien, die die Lesekompetenz von 15-Jährigen messen, schneidet Russland immer wieder schlecht ab. Wieso der Vorsprung verloren geht, ist ungewiss. Aber die Freude über das gute Resultat in der Iglu-Untersuchung ist dadurch etwas getrübt.

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