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05. Mai 2012

Salafisten und Pro NRW in Bonn : Fundamentalisten attackieren Polizisten

Polizisten dursuchen Teilnehmer einer Demonstration gegen eine Wahlkampfaktion der rechtsextremen Partei Pro NRW.  Foto: dapd

Die rechte Pro-NRW-Bewegung zeigt islamfeindliche Karikaturen, anschließend attackieren radikale Salafisten in Bonn die Polizei. Knapp 30 Polizisten werden verletzt, zwei davon schwer.

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Rechtsextremisten der Splitterpartei Pro NRW haben am Samstag in Bonn mit Protesten gegen den Islam erneut gewalttätige Übergriffe von Anhängern radikaler Salafisten provoziert. Bei den Ausschreitungen wurden 29 Polizisten verletzt. Zwei der Beamten erlitten durch Messerstiche schwere Verletzungen. Bis zum späten Abend gab es mehr als 100 Festnahmen.

Die schwer verletzten Beamten seien ins Krankenhaus gebracht worden. Lebensgefahr bestehe jedoch nicht, hieß es. Die mutmaßlichen Täter seien noch vor Ort festgenommen worden. Noch am Abend richtete die Polizei eine Mordkommission ein.

Anhänger von Pro NRW hatten zuvor islamfeindliche Karikaturen gezeigt. Weniger als 30 Pro-NRW-Leuten standen nach Polizeiangaben 500 bis 600 Gegendemonstranten gegenüber. Die Polizei habe zwischen beiden Seiten Mannschaftswagen geparkt, um die Situation zu entschärfen, berichtete ein Sprecher. Bei den Attacken seien auch Einsatzfahrzeuge beschädigt worden. Die Polizei habe die Veranstaltung nach rund 45 Minuten beendet.

Bei den Festgenommenen seien ein Schlagstock sowie Steine und eine Steinschleuder sichergestellt worden. Auch nach dem Ende der Veranstaltung seien Demonstranten weiterhin aggressiv gegenüber der Polizei aufgetreten. Weitere Einzelheiten will die Polizei am Sonntag bei einer Pressekonferenz bekanntgeben.

NRW-Innenminister Ralf Jäger warf den Rechtsextremisten in der Sendung „Aktuelle Stunde“ im WDR-Fernsehen gezielte Provokationen gegen gewalttätige Salafisten vor. Gleichzeitig betonte der Minister die friedliche Haltung der überwiegenden Mehrheit der Muslime in NRW.

Ähnliche Ausschreitungen schon am 1.Mai

Bereits am 1. Mai war es in Solingen am Rande eines Pro-NRW-Auftritts zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Fundamentalistische Muslime hatten die Polizei attackiert und drei Beamte verletzt, nachdem Pro-NRW-Anhänger nahe einer Moschee Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt hatten. Dessen bildliche Darstellung ist im Islam verboten. Die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Dänemark hatte bereits 2005 zu teils gewalttätigen Protesten von Muslimen in aller Welt geführt.

Der Salafismus ist nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes ein Sammelbecken für gewaltbereite Islamisten. Er hat in Deutschland rund 2500 Anhänger. Salafisten vertreten einen rückwärtsgewandten Ur-Islam und lehnen jede theologische Modernisierung ab. Sie vertreten diskriminierende Positionen gegen Frauen und bestehen auf deren Vollverschleierung. Seit Wochen machen sie in Deutschland mit der Verteilung kostenloser Koran-Exemplare von sich reden.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hält den Salafismus für eine Keimzelle des Islamisten-Terrors in Deutschland. „Von seinen fanatischen Anhängern geht eine besondere Gefährdung für die Sicherheit Deutschlands aus“, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Die Salafisten liefern die ideologische Basis für viele, die dann gewalttätig werden.“ (dpa)

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