Nach jüngsten Erkenntnissen westlicher Geheimdienste werden die Piraten im Indischen Ozean von der Terrororganisation El Kaida unterstützt. "Wir haben immer mehr Hinweise, dass El Kaida-Terroristen die Finger in dem Piraten-Geschehen vor Somalia und Kenia haben", sagten Angehörige des US-Geheimdienstes CIA und des französischen Auslandsgeheimdienstes DGSE der Agentur ddp in Dschibuti. Die Seeräuber erhielten ihre Waffen und Ausrüstungen für das immer heftigere Vorgehen gegen die Zivilschifffahrt über El-Kaida-Kanäle.
Die Konfliktforschungsorganisation "International Crisis Group" (ICG) in Brüssel wies darauf hin, dass das Horn von Afrika bereits als "nächste Front" im Kampf gegen den islamistischen Terror angesehen wird. Analysten westlicher Geheimdienste sprechen von einer "vierten Terrorfront" gegen den Westen: Nach Irak, Afghanistan und Pakistan gingen die Terrorgruppen jetzt auch "an einer entscheidenden Seefront gegen die westlichen Staaten vor", so ein CIA-Mann. Die Geheimdienste und Marineexperten sehen mögliche Erfolge gegen die Piraten nur bei "maritimer Aufrüstung".
Unterdessen geriet vor Somalias Küste erneut ein US-Frachter in das Visier der Seeräuber. Die unter US-Flagge fahrende "Liberty Sun" wurde von den Piraten mit Panzerfäusten und automatischen Waffen beschossen, konnte jedoch entkommen, wie US-Medien in der Nacht zum Mittwoch berichteten. Laut BBC hatte sich die 20-köpfige Mannschaft des Schiffes im Maschinenraum verschanzt und die US-Marine um Unterstützung gebeten. An der "Liberty Sun" sei zwar leichter Sachschaden entstanden, das Schiff sei aber seetüchtig geblieben.
Die "Liberty Sun" war nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) mit 27000 Tonnen Mehl und Hülsenfrüchten für Hilfsoperationen in Kenia, Somalia und den Südsudan bestimmt. Die UN-Organisation fürchtet angesichts des dritten Überfalls in einer Woche auf ein Schiff mit Hilfsgütern schwere Probleme für die Hungerhilfe in Ostafrika.
Frankreichs Marine fasste am Mittwoch elf Piraten im Rahmen der EU-Mission "Atalanta". Die Fregatte "Nivôse" habe das Boot fünfhundert Seemeilen östlich von Mombasa aufgebracht, so das französische Verteidigungsministerium. Die Piraten hätten unter anderem 17 Fässer Treibstoff an Bord gehabt. Die Marine halte sie auf der "Nivôse" fest. ddp/dpa/afp
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
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