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Serbien und Kosovo: Rückkehr der Kriegsrhetorik

Schwere Spannungen: Serbien und Kosovo streiten wieder heftig um den Norden des jungen Staates. Belgrad sieht den zerbrechlichen Frieden in Nordkosovo in Gefahr.

Bis1999 hatte das serbische Militär rund 800 000 Albaner gewaltsam aus dem Kosovo vertrieben. (Archivbild)
Bis1999 hatte das serbische Militär rund 800 000 Albaner gewaltsam aus dem Kosovo vertrieben. (Archivbild)
Foto: Foto: dpa

Schwere Spannungen zwischen Belgrad und Pristina: Die Ankündigung der Kosovo-Regierung, Sondereinheiten ihrer Polizei in den vor allem von ethnischen Serben bewohnten Norden des Landes zu verlegen, versteht Belgrad als "offene Kriegsdrohung". "Die kriegshetzerischen Äußerungen und andere Provokationen bedrohen den zerbrechlichen Frieden und die Stabilität in Nordkosovo", warnte Serbiens Präsident Boris Tadic nach Medienberichten vom Samstag.

Die Kosovo-Regierung hatte die Verlegung der Spezialeinheiten angekündigt, um eventuelle Proteste der serbischen Mehrheit zu unterbinden. Pristina hatte im Norden in der Stadt Mitrovica ein erstes Regierungsbüro eröffnet und will auch Gerichte einsetzen sowie Wahlen organisieren. Bisher hatte die Kosovo-Regierung fast keinen Einfluss im Norden.

Internationale Präsenz

Die Eulex-Mission der EU ist seit 2008 im Kosovo, um dort Polizei, Justiz und Verwaltung aufzubauen. Von den fast 2000 Mitgliedern sind die allermeisten Polizisten. Die Eulex dominiert die Verwaltung der albanischen Landesteile.

Die zivile UN-Mission Unmik war der Vorgänger der Eulex. Der UN-Sicherheitsrat hatte Unmik 1999 entsandt, um eine zivile Übergangsverwaltung aufzubauen. Die Mission ist inzwischen stark reduziert, unterstützt aber die Eulex und überwacht den Norden.

Die Kfor-Truppe der Nato ist derzeit noch mit 10000 Soldaten vor Ort, um für Sicherheit zu sorgen. (FR)

Erst vor wenigen Tagen waren bei einem Bombenanschlag in Mitrovica ein Mensch getötet und mehrere verletzt worden. Der Anschlag hatte eine Gruppe serbischer Demonstranten getroffen, die gegen die Eröffnung des Büros der Kosovo-Regierung in der Stadt protestiert hatten. Serbiens Präsident Tadic hatte nach dem Attentat harte Schritte der UN gegen die Albaner gefordert. "Den ethnischen Albanern müssen die Konsequenzen klargemacht werden, wenn sie wieder einseitig handeln wollen", sagte er. Andernfalls müsse Serbien seine Haltung zu der internationalen Präsenz in der Provinz überdenken. Auch die EU-Rechtsstaatsmission Eulex verurteilte den Anschlag. "Die Lage ist unsicherer geworden", räumte Eulex-Chef Yves de Kermabon ein.

Kosovo hatte sich vor zwei Jahren von Serbien abgespalten und für unabhängig erklärt. 69 Staaten haben den jüngsten europäischen Staat bisher anerkannt. Darunter sind alle großen EU-Länder, die USA, Kanada, Japan, die Türkei und Saudi-Arabien. (dpa/afp)

Jubel in Pristina - das Kosovo ist ein Staat

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Datum:  10 | 7 | 2010
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