Würde Angela Merkel nach einer typischen Handbewegung gefragt, kämen vermutlich einige Tippbewegungen mit den Fingern. Aber während die Normalwelt Blackberry und iPhone bevorzugt, heißt das Gerät der Wahl in der Welt der wirklich Wichtigen Simko2, und es ist auch ein Statussymbol: Sein Name steht für „Sichere mobile Kommunikation“ und es signalisiert, dass sein Besitzer zum Kreis derjenigen zählt, deren Kommunikation unbedingt abhörsicher und Hacker-geschützt sein muss: Geheimnisträger und ihre Mitarbeiter, vor allem jene in der Bundesregierung. „Insbesondere mobile Geräte stellen (...) ein erhebliches Gefährdungspotenzial für IT-Infrastrukturen und Regierungsnetze dar“, heißt es in einem Schreiben des damaligen Staatssekretärs im Bundesinnenministerium, Hans Bernhard Beus, an seine Kollegen der anderen Ressorts vom November.
Um solche Gefahren abzuwehren, gibt es in Deutschland selbstverständlich eine Behörde: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in Bonn. Und dessen Experten haben schon im vergangenen Jahr eine klare Aussage getroffen: „Blackberry oder iPhone erfüllen derzeit nicht die notwendigen Sicherheitsanforderungen und können nicht zum Einsatz kommen.“ Das für die innere Sicherheit auch der Bundesregierung zuständige Innenministerium hat daraufhin allen Ministerien dringend empfohlen, von diesem Teufelszeug zu lassen. Es veranlasste die Anschaffung von immerhin 4000 Simko-Handys des südkoreanischen Herstellers HTC.
Neue Schwachstelle entdeckt
Sicherheitskritische Funktionen wie eine Kamera sind dort gar nicht erst installiert, Schnittstellen wie Bluetooth, GPS oder WLAN deaktiviert. Das führt in der Einschätzung des Innenministeriums dazu, dass das Netz der Bundesverwaltung nun „eines der sichersten und funktionalsten Regierungsnetze weltweit ist“. Es dürfte auf jeden Fall bedeutend geschützter sein als das der EU-Kommission. Dort sind nur Blackberrys gebannt, während die 32000 Mitarbeiter gern mit iPhones arbeiten dürfen. Bei denen hat das Bundesamt erst am Mittwoch auf eine neue Schwachstellehingewiesen, über die Schadprogramme in die Software gelangen können.
Merkels persönliches Simko dürfte übrigens noch mit einem besonderen Sicherheitschip ausgestattet sein, über den so einfach nichts zu erfahren ist.
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