Der UN-Sicherheitsrat hat für 14. Oktober eine Debatte über mutmaßliche Kriegsverbrechen der israelischen Streitkräfte und der Hamas-Freischärler im Gazastreifen angesetzt. Dieser Kompromiss schließt aus, dass die Fälle an den Weltstrafgerichtshof weitergeleitet werden, wie es die arabischen Staaten wünschten. Die USA würden gegen einen solchen Beschluss ihr Veto einlegen.
Grundlage der bevorstehenden Diskussion im Sicherheitsrat ist der Bericht einer vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzten "Wahrheitsfindungsmission" unter Leitung von Richard Goldstone. Der frühere Chefankläger in den internationalen Kriegsverbrecherprozessen für Ex-Jugoslawien und Ruanda wirft vor allem Israel schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht vor.
So seien im Gaza-Krieg mutwillig palästinensische Zivilisten getötet und zivile Einrichtungen zerstört worden. Der Einsatz von Waffen wie weißer Phosphor oder Wolfram-Splittermunition sei zwar nicht international geächtet, aber unverhältnismäßig gewesen. Etwa 1400 Palästinenser verloren das Leben. Die israelischen Verluste beziffern sich auf neun Tote.
Hamas wird im Goldstone-Bericht beschuldigt, israelische Orte mit 8000 Kleinraketen beschossen zu haben. Diese Angriffe könnten als Kriegsverbrechen gelten. Goldstone schlägt vor: Sollten Israel und die Hamas nicht binnen eines halben Jahres glaubhafte Prozesse gegen die schuldigen führen, solle der Weltstrafgerichtshof die Sache übernehmen.
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