Harare. Die Inflation in Simbabwe ist nach offiziellen Angaben auf 231 Millionen Prozent gestiegen. Diese Teuerungsrate für den Monat Juli meldete die staatliche Zeitung "The Herald" am Donnerstag. Unabhängige Experten gehen jedoch davon aus, dass die Hyperinflation bereits in die Milliarden geht.
Nach der Einigung auf eine Regierung der nationalen Einheit vor gut vier Wochen wurde ein internationales Hilfsprogramm für die völlig zusammengebrochene Wirtschaft des südafrikanischen Landes erwartet.
Die Gespräche über eine Teilung der Macht in Simbabwe sind nach Angaben der Regierungspartei vom Scheitern bedroht. Der Chefunterhändler der Partei ZANU-PF, Patrick Chinamasa, sagte am Mittwoch, Vertreter der Opposition verstießen gegen den Geist der Vereinbarung, die eine Nachrichtensperre vorsehe. "Verhandlungen in der Öffentlichkeit werden dazu führen, dass die Verhandlungen scheitern."
In einigen ländlichen Gegenden Simbabwes sind Wildfrüchte die einzige Nahrungsquelle für die Bevölkerung. Das teilte Welthungerprogramm (WFP) der Vereinten Nationen nach einer ersten Inspektionsreise nach mehrmonatige Unterbrechung am Donnerstag mit.
Dem WFP und anderen Hilfsorganisationen waren von Präsident Robert Mugabe drei Monate lang Hilfseinsätze in Simbabwe verboten worden. Die Frist endete im August, wegen logistischer Probleme konnte ein WFP-Team aber erst am vergangenen Wochenende ländliche Gebiete Simbabwes erreichen. WFP-Sprecher Richard Lee sagte nach der Rückkehr nach Südafrika, einige Simbabwer hätten von einem der schlimmsten Hungerjahre gesprochen, an das sie sich erinnern könnten. "In den vergangenen Jahren ernteten wir ein paar Säcke Getreide", sagte eine 54-jährige Frau in einem von Lee aufgenommenen Video. "Aber dieses Jahr gab es nichts."
Im September hatten Präsident Robert Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai unter Vermittlung des damaligen südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki vereinbart, sich die Macht im Land zu teilen.
Anschließend gerieten die Gespräche über die Verteilung der Ministerämter aber ins Stocken. Mugabes ZANU-PF hat erklärt, nur die Zuständigkeit für Polizei und Finanzen sei noch umstritten. Unterhändler der Opposition haben dies zurückgewiesen und erklärt, die Besetzung der meisten Kabinettsposten sei noch offen. (ap)
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