Er selbst hält sich für den "rechtmäßig gewählten Präsidenten der Republik Somalia", andere sehen ihn als "zwielichtigen Geschäftsmann". Fest steht, dass Abdinur Ahmad Darman beste Beziehungen zu amerikanischen Kongressabgeordneten und reichen somalischen Exilanten unterhält - und nun die Schwäche der somalischen Übergangsregierung auszunutzen sucht, um einen neuen Anlauf auf das höchste Amt in seiner praktisch staatslosen Heimat zu unternehmen.
Wiederholt schon suchte Darman die Macht an sich zu reißen: 1999 gründete er die "United Somali Republic Party", um als Chef der ersten neu gegründeten somalischen Partei seit 1969 einen Anspruch auf die Staatsführung zu erheben. Ein Jahr später versammelten sich Hunderte somalischer Clan-Repräsentanten im Nachbarland Dschibuti, um ihrem chaotischen Land im Rahmen der Arte-Konferenz eine neue Verfassung und Regierung zu geben. Als auch das scheiterte, lud Darman im Jahr 2003 ein paar Dutzend Clan-Älteste zum Abendessen nach Mogadischu ein und ließ sich von ihnen zum Präsidenten ausrufen.
Wirklich ernst genommen hat das in Somalia kaum jemand, und Darman kehrte der Heimat bald wieder den Rücken. Am 24. Oktober 1952 als Diplomatensohn geboren verließ Darman bereits als Zehnjähriger sein Land, nachdem sein Vater zum somalischen UN-Botschafter in New York berufen worden war. Seitdem lebte er vornehmlich in den USA, ging dort zur Schule und schloss angeblich auch eine Ingenieurs-Studium ab.
Der Weißhaarige gehört der Ayr-Untergruppe des zentralsomalischen Hawiye-Clans an. Wie stark sein Rückhalt in dem einflussreichen Clan allerdings ist, lässt sich nach Ansicht des südafrikanischen Somalia-Kenners Iqbar Jhazbhay nicht sagen: Die Loyalitäten innerhalb der Clans änderten sich zu schnell, um darüber gesicherte Aussagen zu treffen. Darmans Name kommt auch im Bericht der UN-Expertenkommission zur Verletzung des somalischen Waffenembargos vor: Darin wird er als "somalischer Geschäftsmann" bezeichnet, der "ausländischen Firmen den Zugang zu somalischen Ressourcen" erleichtere und auch "in den Druck von somalischem Falschgeld verwickelt" sei.
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