Reykjavik. Die isländische Spaßpartei "Beste Partei" ("Nesti Flokkurinn") stellt mit einem populären TV-Komiker den neuen Oberbürgermeister von Reykjavik.
Der 43-jährige Jón Gnarr hatte die Kommunalwahl vor einer Woche souverän mit Slogans wie "kostenlose Handtücher in allen Schwimmbädern" und der Forderung nach Eisbären im Zoo von Reykjavik gewonnen. Gnarr begründete sie damit, dass die Stadt endlich eine bessere Hauptattraktion für Kinder bekommen müsse als den Aufbewahrungs-Spielplatz im örtlichen Ikea-Möbelhaus, während die Eltern einkaufen.
Der Wahlsieg mit 34,7 Prozent galt als Protest gegen die Verantwortlichen für die in Island katastrophalen Folgen der Finanzkrise. Wie der Rundfunksender RUV berichtete, einigten sich die Spaßpartei und die Sozialdemokraten am Freitagabend auf eine Koalition. Die Partei von Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir war mit 19,1 Prozent nur drittstärkste Kraft hinter der Spaßpartei und der konservativen Unabhängigkeitspartei (33.6 Prozent) geworden. Sie hat seit Islands Unabhängigkeit 1944 fast immer den Posten des Oberbürgermeisters besetzt.
Sigurdardóttir hatte das Wahlergebnis als "Schock" bezeichnet. In Gnarrs Spaßpartei engagierten sich zahlreiche Prominente aus Kultur und Unterhaltung, die nach der Finanzkrise die isländische Parteienlandschaft umkrempeln wollen. (dpa)
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