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Statistik: Top-Gehälter für Kassen- und Ärztechefs

Die Finanzlage deutscher Krankenkassen ist schwierig: Dennoch bleiben die Chefs der gesetzlichen Krankenversicherung Topverdiener. Was saftige Gehälter angeht, können es aber auch Ärztefunktionäre mit ihnen aufnehmen.

Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse (TK), Norbert Klusen. (Archivfoto)
Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse (TK), Norbert Klusen. (Archivfoto)
Foto: Foto: dpa

Berlin. Die Chefs der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben Topverdiener trotz der zunehmend angespannten Finanzlage zahlreicher Kassen.

Spitzenreiter im vergangenen Jahr war der Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Norbert Klusen: Sein Grundgehalt erhöhte sich um 25.000 Euro auf rund 271.000 Euro. Dies geht aus dem Bundesgesetzblatt hervor, das alljährlich die Einkünfte der Kassenchefs veröffentlicht. Darüber berichtete die "Bild"-Zeitung (Dienstag). Ein TK-Sprecher sagte auf Anfrage, das Gehalt Klusens sei angesichts von 18 Milliarden Euro Beitragseinnahmen "sehr angemessen". Die Kasse verlange auch keine Zusatzbeiträge.

Nach den neuen Zahlen erhielt DAK-Chef Herbert Rebscher, dessen Kasse seit Februar von den Versicherten Zusatzbeiträge von acht Euro pro Monat erhebt, rund 235.000 Euro, Barmer-Chefin Birgit Fischer etwa 203.000 Euro. Das waren jeweils rund 4000 Euro mehr als 2008. Der Chef der AOK Bayern, Helmut Platzer, konnte sich zusätzlich zum Gehalt von 176.000 Euro über einen Bonus von 50 820 Euro freuen. Das war mehr als das Grundgehalt von 170.000 Euro plus 20 Prozent Erfolgsprämie für den Spitzenmann des AOK-Bundesverbandes, Herbert Reichelt.

Ärztefunktionäre gehören ebenfalls zu den Topverdienern in der Branche: Andreas Köhler, der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, erhielt 2009 ein Gehalt von 260.000 Euro, sein Kollege bei der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Jürgen Fedderwitz, kam auf 240 585 Euro. Gute Altersversorgungen, die sich an den Pensionen von Spitzenbeamten orientieren, kommen noch hinzu.

Das von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) angekündigte Sparkonzept für Medikamente bringt nach Einschätzung des gesundheitspolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, "keinen Cent". Die Pharmahersteller ließen sich in den von Rösler geforderten Verhandlungen lediglich einen vorher einkalkulierten Preisnachlass "abhandeln" und umgingen damit die Prüfung durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, sagte Lauterbach dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstag).

Rösler hofft auf Einsparungen von bis zu zwei Milliarden Euro im Jahr und will sein Konzept in einigen Tagen vorstellen. Die Gesamtaufwendungen für Medikamente machen mit zuletzt mehr als 30 Milliarden Euro etwa ein Fünftel der Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen aus.

Der Zusatzbeitrag, den acht gesetzliche Krankenkassen erheben, hat nach bisherigen Erkenntnissen noch keine massenhafte Wechselbewegung in andere Kassen ausgelöst. Dies ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa am Dienstag. Zwar habe es "vereinzelt Unmut und vereinzelte Kündigungen" gegeben, doch könne von einem Massenboykott des Zusatzbeitrags nicht gesprochen werden, hieß es bei der DAK. Sie hat rund 4,6 Millionen zahlende Mitglieder. DAK-Sprecher Frank Meiners erklärte, aus der Tatsache, dass bisher erst rund 1,5 Millionen Einzugsermächtigungen vorliegen, "kann nicht der Schluss gezogen werden, dass es einen Massenboykott gibt".

Seit Anfang Februar haben die ersten Krankenkassen damit begonnen, einen Zusatzbeitrag von acht Euro im Monat zu erheben. Damit soll das drohende Defizit gedeckt werden. Betroffene Versicherte können in diesen Fällen in eine andere Kasse wechseln. (dpa)

Datum:  9 | 3 | 2010
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