Hamburg. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier will dem neuen Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel den Vortritt für die nächste SPD-Kanzlerkandidatur überlassen. "Der Parteivorsitzende hat das Vorschlagsrecht", sagte Steinmeier dem "Hamburger Abendblatt". Diese Regel habe in der SPD immer gegolten. Allerdings zerbreche sich "jetzt niemand den Kopf" über den nächsten Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Mit Blick auf mögliche Bündnispartner sagte Steinmeier, "dass sich SPD und Grüne inhaltlich immer noch deutlich näher sind als alle anderen Parteien." Er setze daher weiterhin auf rot-grüne Mehrheiten.
Steinmeier bot der schwarz-gelben Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zugleich politische Zusammenarbeit im Kampf gegen die Wirtschaftskrise an: "Wir sind ernsthaft bereit, mit der Regierung zusammenzuarbeiten, wenn sie den richtigen Weg mit gezielten Investitionen in Bildung und Zukunftsbranchen zu mehr Wachstum geht", sagte der SPD-Fraktionschef. "Breit gestreute Steuersenkungen auf Pump, wie Schwarz-Gelb sie plant, führen nicht zu Wachstum", fügte er allerdings hinzu. Auch warf er der Regierung vor, "einen fürchterlichen Fehlstart hingelegt" zu haben.
Scharf kritisierte Steinmeier besonders das von Union und FDP geplante Betreuungsgeld. "Eine Prämie für Eltern, die ihre Kinder nicht mit anderen gemeinsam in der Kita lernen lassen, wird die soziale Spaltung in den Großstädten vertiefen", warnte der SPD-Politiker. Das Betreuungsgeld führe dazu, "dass gerade jene Kinder in den Familien bleiben, die es nötig hätten, zusammen mit anderen die deutsche Sprache zu lernen". (afp)
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