Deutschland schneidet bei der Zahl der Hochschulabsolventen und bei den Bildungsausgaben im internationalen Vergleich weiter schlecht ab. Das geht aus einer in Berlin vorgestellten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor.
Zwar stieg die Zahl der Hoch- und Fachhochschulabsolventen zwischen 2000 und 2008 um mehr als ein Drittel auf jetzt 260000 im Jahr. Das entspricht einem Anteil von 25 Prozent an einem Jahrgang. Im OECD-Mittel wuchs der Anteil der Hochqualifizierten dagegen im gleichen Zeitraum von 28 auf 38 Prozent. Deutschland bleibt damit nach der Türkei, Belgien und Mexiko das Land mit der geringsten Studienneigung.
Die OECD forderte Deutschland zu weiteren Anstrengungen auf. Der Leiter des Berliner OECD-Büros, Heino von Meyer, warnte, Deutschland werde angesichts seiner demografischen Entwicklung schon in nächster Zukunft seinen Bedarf an Hochqualifizierten nicht mehr decken können.
Auch die Ausgaben für Bildungseinrichtungen lagen laut OECD im Jahr 2007 mit 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts unter dem OECD-Durchschnitt von 5,5 Prozent. Unter den OECD-Ländern, für die Zahlen vorlagen, geben nur die Slowakei, Tschechien und Italien weniger aus. Die Spitzenreiter USA, Korea und Dänemark investieren im Schnitt mehr als sieben Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Bildung.
Gute Noten gab die OECD dagegen der Berufsausbildung in Deutschland. Das Lernen in Betrieb und Berufsschule sei arbeitsmarktnah, effektiv und finde weltweit Anerkennung. Allerdings gelinge zu wenigen Schülern der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung, weil ihnen grundlegende Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen fehlten.
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