Pressestimmen
Die Vatikanzeitung schreibt: "Man sollte sich hüten, Religion zu instrumentalisieren", so der Chefredakteur des Osservatore
Romano, Gianmaria Vian. Derartige Instrumentalisierungen "bringen immer schlechte, giftige Früchte hervor". Die Entscheidung der Schweizer müsse respektiert werden, "doch auch die Kultfreiheit in Europa steht außerhalb jeder Diskussion".
Der Kurienerzbischof Antonio Maria Veglio, Präsident des päpstlichen Migrantenrats, versteht nicht, "wie man die Religionsfreiheit einer Minderheit behindern kann". Dies gelte auch dann, wenn die Freiheitsrechte nicht auf
Gegenseitigkeit beruhten, sagte der Erzbischof mit Verweis auf islamische Staaten, welche den Bau von Kirchen verhindern.
Der Zentralrat der Muslime äußerte sich bestürzt über das Referendum und geht davon aus, dass eine Abstimmung in Deutschland "ein ähnliches katastrophales Ergebnis" gegeben hätte, sagte der Generalsekretär Aiman Mazyek MDR Info.
Der Zentralrat der Ex-Muslime in Deutschland begrüßte die Entscheidung. "Das Nein zu Minaretten ist eigentlich ein Signal gegen Islamismus, Scharia und Kopftuchzwang", sagte die Zentralrats-Vorsitzende Mina Ahadi der Leipziger Volkszeitung.
Für die EU-Präsidentschaft sagte der schwedische Einwanderungsminister Tobias Billström: "Das ist eine Frage für Stadtplaner, eigentlich nicht für ein Referendum."
Der CSU-Europaabgeordnete Bernd Posselt warnte: "Wer heute Minarette verbietet, wird morgen Kirchtürme schleifen und Kreuze abhängen." (dst/dpa/epd/kna)
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