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Stoff für fünf Atombomben: Staatsanwalt ermittelt nach Plutoniumfund

Bei der Demontage einer Atomanlage in Cadarache ist kiloweise hochgefährliches Plutonium entdeckt worden. Eine große Menge kann eine Kettenreaktion auslösen. Jetzt hat sich die Justiz eingeschaltet.

In der Atomanlage Cadarache ist kiloweise gefährliches Plutonium aufgetaucht.
In der Atomanlage Cadarache ist kiloweise gefährliches Plutonium aufgetaucht.
Foto: afp

Aix-en-Provence. In die Affäre um den Fund von kiloweise hochgefährlichem Plutonium in der südfranzösischen Atomanlage Cadarache hat sich nun die Justiz eingeschaltet. Die Staatsanwaltschaft in Aix-en-Provence habe Vorermittlungen eingeleitet, teilte ein Sprecher am Freitag mit.

Zunächst solle der Bericht der französischen Atomaufsicht (ASN) über den Vorfall geprüft werden. Anschließend werde entschieden, ob ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eröffnet werde.

Der Atomzwischenfall in Südfrankreich - Rückblick: Bei der Demontage einer Atomanlage in Cadarache ist kiloweise hochgefährliches Plutonium entdeckt worden. Die Atomsicherheitsbehörde ordnete an, die Arbeiten an der Anlage umgehend einzustellen.

"Große Mengen Plutonium am selben Ort können zu einer gefährlichen Kettenreaktion führen", sagte Alain Delmestre, Vizechef der Atomsicherheitsbehörde, am Donnerstag in Paris. In einem solchen Fall könnten Menschen tödlich verstrahlt werden.

Nach Angaben der Behörde handelt es sich um den ersten Zwischenfall der Gefahrenstufe zwei von insgesamt sieben in diesem Jahr in Frankreich.

Beim Abbau der seit mehr als 40 Jahren betriebenen Anlage waren in einem abgedichteten Behälter 39 Kilo Plutoniumstaub entdeckt worden.

Die Betreiber hatten lediglich mit acht Kilo gerechnet. Nach Informationen der Umweltorganisation Greenpeace würde diese Menge für etwa fünf Atombomben ausreichen.

Die Atomsicherheitsbehörde wirft dem Betreiber CEA vor, den Zwischenfall nicht rechtzeitig gemeldet zu haben. "Es sieht so aus, als ob es schon im Juni bekanntgeworden sei, aber wir erst im Oktober informiert wurden", sagte Delmestre.

Der Fall sei deswegen der Staatsanwaltschaft gemeldet worden. Umweltminister Jean-Louis Borloo zeigte sich schockiert über die verzögerte Bekanntgabe und forderte Aufklärung. "Gerade bei Atomsicherheit muss absolute Transparenz herrschen", betonte er. (dpa/afp)

Datum:  15 | 10 | 2009
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