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25. Dezember 2012

Streit um Waffengesetze: US-Waffenlobby will Fernsehstar ausweisen

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Den Amerikanern sind ihre Waffen durchaus wichtig. Foto: dpa

Nach dem Schul-Massaker von Newtown wagte es ein britischer TV-Moderator, in den USA schärfere Waffengesetze zu fordern. Nun schlägt die Lobby zurück. 60.000 Waffenfreunde zeichneten eine Petition, um den CNN-Fernsehstar des Landes zu verweisen.

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Piers Morgan hat viele Feinde. Mehr als 72.000 sind es am Mittwoch, Tendenz rasch steigend. Exakt so viele Amerikaner haben sich einer Petition angeschlossen, in der US-Präsident Barack Obama aufgefordert wird, Morgan des Landes zu verweisen.

Piers Morgan hatte sich den Zorn der amerikanischen Waffenfreunde zugezogen, als er nach dem Amoklauf in der Grundschule von Newtown schärfere Gesetze gegen Waffenbesitz gefordert hatte. Einen Befürworter des Rechtes auf Waffenbesitz beschimpfte Morgan in seiner Show als "unglaublich dummen Mann".

"Der britische Staatsbürger und CNN-Talkshow-Moderator Piers Morgan verübt einen feindlichen Angriff auf die US-Verfassung", heißt es in der Petition. "Wir verlangen, dass Herr Morgan wegen seiner Bemühungen, die Grundrechte-Charta zu untergraben, sofort deportiert wird." Bis Mittwochabend mitteleuropäischer Zeit schlossen sich mehr als 72.336 Unterzeichner der Bittschrift an. Die US-Verfassung verleiht US-Bürgern ausdrücklich das Recht, Waffen zu tragen.

CNN-Moderator Piers Morgan.
CNN-Moderator Piers Morgan.
Foto: dapd

Morgan selbst verfolgt die Debatte um seine Äußerungen mit ironischer Distanz. Auf Twitter machte der Moderator deutlich, dass er genau mitzählt, wie viele Amerikaner seine Ausweisung fordern. "Frohe Weihnachten!", wünschte er dort. "Auch jenen, die mich deportieren wollen."

Jedes Jahr werden 12.000 erschossen

Abstriche an seiner Haltung beabsichtigt Morgan nicht. "Seit ich vor zwei Jahren zu CNN kam, hat es eine ganze Reihe von Tragödien gegeben, die mit Waffen zu tun hatten, einschließlich des Angriffs auf die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords und das Massaker im Kino von Aurora in Colorado", schrieb der Moderator auf der CNN-Webseite.

"Jede von ihnen führte zu einer kurzlebigen Debatte über Waffen", schrieb Morgan weiter. "Aber jedes Mal versandete die Debatte, ohne dass das Geringste unternommen wurde, um den Gebrauch tödlicher Waffen auf Amerikas Straßen einzuschränken." Das dürfe sich dieses Mal nicht wiederholen. In seinem Beitrag zitierte Morgan eine beeindruckende Statistik: In den USA kämen jedes Jahr rund 12.000 Menschen durch Schusswaffen zu Tode; in Großbritannien, wo Waffenbesitz strikten Kontrollen unterliegt, seien es nur 35.

In Newtown im Bundesstaat Connecticut hatte ein Mann Anfang Dezember 20 Kinder und sechs Lehrer erschossen, bevor er sich selbst umbrachte. Präsident Obama, der angesichts des enormen Einflusses der Waffenlobby bisher vor einer Verschärfung der Waffengesetze zurückschreckte, forderte nun Konsequenzen . Eine erste Petition auf der Webseite des Weißen Hauses, die verlangte, den Zugang zu Waffen gesetzlich zu beschränken, erhielt die Rekordzahl von fast 200.000 Unterschriften. In seiner Antwort versprach Obama, er werde nicht untätig bleiben.

Waffenlobby nutzt Obamas Erfindung

Obama hatte die Webseite für Online-Petitionen im Weißen Haus eingerichtet, um Bürgern mehr direkte Mitwirkungsrechte zu ermöglichen. Wenn eine Bittschrift mindestens 25.000 Unterschriften erhält, haben die Unterzeichner Anspruch auf eine Antwort des Präsidialamtes. Auf die Anti-Morgan-Petition, die am 21. Dezember von einem "Kurt N" in Texas eingestellt wurde, hat Obama bislang allerdings nicht reagiert, obwohl sie inzwischen schon fast 60.000 Unterzeichner zählt.

Dennoch nutzen die Anhänger des Rechtes auf Schusswaffen die Petitions-Webseite intensiv. So fordern mehr als 22.000 Bürger Obama auf, jede Gesetzgebung zu verhindern, die zum Verbot von Sturmgewehren und anderen Schusswaffen führen würde. Über 13.000 Unterzeichner verlangen, den Vorschlägen der mächtigen Waffenlobby National Rifle Association (NRA) zu folgen, auf Verbote zu verzichten und stattdessen bewaffnete Wachmänner vor die Schulen zu stellen.

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