Bariloche. Die Präsidenten der zwölf südamerikanischen Unasur-Staaten haben sich auf ihrem Krisengipfel zur Beilegung des Streits über US-Truppen in Kolumbien nur auf einen Aufruf zum Frieden einigen können. Die Stationierungsgegner blieben ebenso bei ihren Positionen wie Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe.
"Ausländische Truppen dürfen (...) weder die Souveränität noch die Sicherheit einer jeden südamerikanischen Nation und damit den Frieden und die Sicherheit in der Region bedrohen", hieß es im Abschlussdokument. Die Außen- und Verteidigungsminister der Staaten-Union sollen die Beratungen nun alsbald fortsetzen.
Bei dem im Fernsehen übertragenen Treffen, das statt der geplanten dreieinhalb Stunden erst nach siebeneinhalb Stunden endete, verteidigte Kolumbiens konservativer Präsident Uribe die geplante Stationierung von 800 US-Soldaten auf insgesamt sieben Militärbasen seines Landes. Dies sei eine praktische Hilfe bei der Bekämpfung des Terrorismus und der Drogenkriminalität.
Auch Brasilien hat Bedenken
Seine Widersacher, die eher linksgerichteten Präsidenten Venezuelas, Ecuadors und Boliviens, Hugo Chávez, Rafael Correa und Evo Morales, wiederholten ihren Vorwurf, die Stationierungspläne gefährdeten die Sicherheit in der Region und seien Ausdruck eines US-Imperialismus. Eine förmliche Verurteilung durch die Unasur konnte Uribe aber verhindern.
Auch die auf Ausgleich bedachten Präsidenten wie Brasiliens Luiz Inácio Lula da Silva oder Argentiniens Cristina Kirchner machten keinen Hehl aus ihren Bedenken hinsichtlich der Stationierungspläne. Andererseits warfen sie den USA aber auch keine imperialistischen Absichten vor und verlangten von Kolumbien nicht, die Entscheidung zu revidieren. Lulas Forderung nach Garantien, dass die US-Truppen nur in Kolumbien zum Einsatz kommen sollten, fand sich im Gipfeldokument nicht wieder.
Chávez hatte noch kurz vor dem Treffen eine neue Breitseite gegen Uribe und die USA abgeschossen. "Dies (die Stationierung der US-Soldaten) ist Teil eines politischen und militärischen Plans mit dem Ziel, die Unasur scheitern zu lassen", schrieb er in einem offenen Brief vom Vortag. Zuvor hatte er sogar von Krieg geredet. In Bariloche gab er sich dann relativ zahm. (dpa)
Nachrichten aus der Politik, Kommentare, Doku und Debatten

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Bleibt Barack Obama Präsident der USA? Oder macht Mitt Romney von den konkurrierenden Republikanern das Rennen?
US-Wahl-Spezial mit Analyse und Hintergrund
Interaktive Karte zu den Vorwahlen der Republikaner
Exklusive Reportagereise durch den Wahlkampf
Weblog der USA-Experten unserer Redaktion
Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.
Ihr Wunsch-Bundespräsident Wulff scheitert, sie muss Gauck als Nachfolger hinnehmen, ihre Mehrheit steht im Bundestag nicht mehr hinter ihr: Die Autorität von Bundeskanzlerin Merkel schwindet. Das Spezial.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.