Buenos Aires. Mit einer einwöchigen Vier-Länder-Tour durch Südamerika will Bundesaußenminister Guido Westerwelle die Beziehungen zur lateinamerikanischen Welt ausbauen. Es ist die bislang längste Auslandsreise, zu der der FDP-Vorsitzende am späten Samstagabend aufbrach.
Nach einem kurzen Zwischenstopp in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires stand am Sonntag die Weiterreise nach Chile auf dem Programm. Westerwelle wollte sich dort ein Bild von der Lage nach dem verheerenden Erdbeben mit mehreren hundert Toten Ende Februar machen. Weitere Stationen sind Uruguay und Brasilien.
Noch kurz vor seinem Abflug hatte Westerwelle sich von US-Außenministerin Hillary Clinton telefonisch über die Lage in der Katastrophenregion unterrichten lassen. Clinton hatte Chile am vergangenen Dienstag, drei Tage nach dem Beben, besucht.
Der Abstecher in Chiles Hauptstadt Santiago wurde erst nachträglich ins Programm aufgenommen. Das Regierungsflugzeug hat auch Hilfsgüter wie Zelte, Satellitentelefone und ein Dialyse-Gerät an Bord. Mit dabei sind auch vier Angehörige des Technischen Hilfswerks (THW), die das dort bereits arbeitende Einsatz-Team verstärken sollen. In Santiago war aber auch ein Treffen mit dem neu gewählten Präsidenten Sebastián Piñera geplant, der in diesem Monat sein Amt antreten wird.
Begleitet wird Westerwelle von einer Wirtschaftsdelegation. Auf dem Programm stehen mehrere Besuche bei deutschen Konzernen wie VW und Siemens, die auf dem Kontinent große Niederlassungen haben. Traditionell ist die deutsche Industrie in Brasilien besonders stark vertreten. In Uruguay wird Westerwelle auch das neue Staatsoberhaupt José Mujica treffen, einen ehemaligen Rebellenführer. In Argentinien sieht er Präsidentin Cristina Kirchner.
Westerwelle hat mehrfach angekündigt, die Beziehungen zu den Staaten Südamerikas ausbauen zu wollen. Südamerika sei ein "immer noch unterschätzter Kontinent". Im Mittelpunkt steht dabei das Verhältnis zu Brasilien, das in den vergangenen Jahren international immer mehr an Einfluss gewonnen hat. Das Land gehört ebenso wie Argentinien zur Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20). Zudem hat Brasilien derzeit einen nicht- ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. (dpa)
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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