In Afghanistan sind bei einem Angriff auf einen Militärstützpunkt zwei US-Marinesoldaten getötet worden. Taliban-Sprecher Kari Jusuf Ahmadi nannte den Angriff eine Rache für das in den USA hergestellte Schmähvideo über den Propheten Mohammed, das derzeit wütende Proteste in der arabischen Welt auslöst.
Das von Truppen mehrerer Länder genutzte Militärlager liegt in der Provinz Helmand im Süden des Landes. Die Taliban attackierten in der Nacht zum Samstag den amerikanischen Teil Camp Leatherneck mit Panzerfäusten, Granaten und leichten Waffen.
Während der Feuergefechte befand sich auch der britische Prinz Harry in Camp Bastion, blieb aber unverletzt. „Prinz Harry befand sich niemals in Gefahr“, sagte ein Sprecher der Nato-Schutztruppe Isaf. Es werde nun geprüft, ob die Anwesenheit des Enkels von Königin Elizabeth auf dem Stützpunkt ein Motiv für den Angriff gewesen sei. Die Taliban hatten jüngst mit einer Ermordung oder Entführung des Prinzen gedroht.
Im Sudan stürmten aufgebrachte Demonstranten die Deutsche Botschaft und steckten sie in Brand.
Foto: dapdEin Sprecher der internationalen Schutztruppe Isaf erklärte, dabei seien zwei Isaf-Soldaten und 20 Angreifer getötet worden. Der US-Sender Fox News sprach zudem von mehreren verwundeten US-Soldaten. Die Angreifer hätten Gebäude, einen Hangar und mehrere Flugzeuge beschädigt. Dagegen erklärten der Taliban-Sprecher, die Mudschaheddin hätten „Dutzende Amerikaner und andere ausländische Invasoren getötet und mehrere Fahrzeuge und Hubschrauber beschädigt“.
Prinz Harry war dem PA-Bericht zufolge am 7. September in Camp Bastion, dem britischen Teil des Lagers, eingetroffen. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe er sich mit anderen Mitgliedern seiner Einheit mit Kampfhubschraubern des Typs Apache rund zwei Kilometer entfernt aufgehalten.
Die Nummer drei in der britischen Thronfolge, die am 15. September ihren 28. Geburtstag feiert, war bereits 2008 am Hindukusch stationiert gewesen. Der geheime Einsatz war jedoch nach kurzer Zeit abgebrochen worden, nachdem die Presse darüber berichtet hatte. Diesmal soll „Captain Wales“ vier Monate in Afghanistan bleiben.
Bereits am Dienstag waren in der libyschen Stadt Bengasi bei einem Angriff auf das US-Konsulat der amerikanische Botschafter und drei seiner Mitarbeiter getötet worden. Es folgten am Freitag tumultartige Proteste in zahlreichen islamischen Ländern. US-Präsident Barack Obama versicherte, sein Land werde der Gewalt nicht weichen. (dpa/reuters)
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