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Terror in Bombay: Die Waffen schweigen

Nach drei Tagen heftiger Kämpfe haben die Sicherheitskräfte in der indischen Finanzmetropole wieder die Kontrolle übernommen. Eliteeinheiten eroberten mit dem Luxushotel "Taj Mahal" auch das letzte Gebäude zurück. Interaktive Grafik: Detailkarten der Anschlagsorte

Sicherheitskräfte haben 60 Stunden nach dem Beginn der Terrorserie in Bombay auch die Kontrolle über das Hotel Taj Mahal übernommen.
Sicherheitskräfte haben 60 Stunden nach dem Beginn der Terrorserie in Bombay auch die Kontrolle über das Hotel "Taj Mahal" übernommen.
Foto: Getty

Bombay. Nach drei Tagen heftiger Kämpfe ist die beispiellose Anschlagsserie in der indischen Finanzmetropole Bombay zu Ende. Nach heftigen Kämpfen befreiten indische Eliteeinheiten am Samstagmorgen mit dem Luxushotel "Taj Mahal" auch das letzte Gebäude aus der Gewalt von Islamisten.

"Das Hotel ist unter unserer Kontrolle", sagte der Chef der Elite-Einheit NSG (National Security Guard), J. K. Dutt. Drei Terroristen seien getötet, ein weiterer lebendig festgenommen worden. Außerdem habe man Waffen und Sprengstoff gefunden. Am Mittwoch hatten Terroristen insgesamt zehn Ziele in Bombay angegriffen und seither mindestens 195 Menschen getötet, darunter nach Angaben des indischen Außenministeriums auch drei Deutsche. 295 Menschen wurden verletzt.

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Bei dem Einsatz am Samstagmorgen lieferten sich die Terroristen nach Angaben Dutts im Erdgeschoss und in der ersten Etage des historischen Hotelgebäudes heftige Schusswechsel mit den Sicherheitskräften. Ein Mitglied des 200 Mann starken Sonderkommandos sei getötet worden. Mehrfach hätten die Terroristen auch Feuer gelegt, wenn sie in Bedrängnis gerieten. Zeitweise schlugen meterhohe Flammen aus den Fenstern des 560-Zimmer-Hauses. Immer wieder waren auch Explosionen zu hören.

Das Ende der Anti-Terror-Operation wolle er aber erst verkünden, wenn alle Räume des Hotels durchsucht seien, sagte Dutt. "Wir suchen dabei auch nach überlebenden Gästen, die sich in ihren Zimmern eingeschlossen haben könnten und sich aus Angst vor den Terroristen bislang nicht herausgetraut haben".

Neben dem "Taj Mahal" hatten die Terroristen am Mittwoch unter anderem auch das Luxushotel "Oberoi Trident" sowie ein jüdisches Gemeindezentrum, einen Bahnhof und ein Krankenhaus angegriffen. Das "Oberoi Trident" hatten die Sicherheitskräfte am Freitagnachmittag unter ihre Kontrolle gebracht. Dabei wurden nach Angaben der Polizei zwei Terroristen getötet. Anschließend habe man in dem Gebäude 30 Leichen gefunden. Rund 100 Gäste waren zuvor gerettet worden, darunter auch zwei Mitarbeiterinnen des Auswärtigen Amtes (AA) sowie mehrere Lufthansa-Mitarbeiter.

Nach der Erstürmung des jüdischen Gemeindezentrums fanden die Einsatzkräfte am Freitag acht tote Geiseln, darunter ein Rabbiner- Ehepaar. Nur drei Geiseln wurden lebend befreit. Zwei Terroristen wurden von den Sicherheitskräften erschossen.

Nach heftiger innenpolitischer Kritik schickt Pakistan nun doch nicht den Chef seines berüchtigten Geheimdienstes ISI nach Indien. Stattdessen werde ein anderer ISI-Vertreter entsandt, um bei der Untersuchung der Terroranschläge von Bombay mitzuarbeiten, sagte ein Regierungssprecher am Samstag in Islamabad. Indien hatte schwere Vorwürfe erhoben und "Elemente" im Nachbarland Pakistan für die Anschläge verantwortlich gemacht. Wie der Nachrichtensender NDTV meldete, habe ein festgenommener Terrorist bei seiner Vernehmung ausgesagt, dass rund 40 Terroristen an der beispiellosen Operation teilgenommen hätten, die meisten davon aus Pakistan.

Frankreich flog unterdessen 100 Europäer aus der indischen Hafenstadt aus. Wie das Außenministerium in Paris am Freitagabend mitteilte, sollten sie am Samstagmittag in der französischen Hauptstadt ankommen. Unter ihnen seien auch zehn Abgeordnete und Mitarbeiter des Europäischen Parlaments. Die Heimkehrer könnten an Bord auch medizinisch-psychologisch betreut werden, hieß es.

Der künftige US-Präsident Barack Obama verurteilte die Anschläge und kündigte einen entschlossenen Kampf gegen den Terror an. Die Täter von Bombay "werden weder Indiens großer Demokratie eine Niederlage bereiten, noch den Willen einer globalen Koalition erschüttern, sie zu besiegen", teilte Obama am Freitagabend (Ortszeit) mit. Die Vereinigten Staaten müssten Seite an Seite mit Indien und allen anderen Nationen stehen, die terroristische Netze zerschlagen wollen und "hasserfüllte Ideologie" verdammen. Auch der scheidende Präsident George W. Bush zeigte sich bestürzt von der Anschlagsserie. Nach Angaben des US-Außenministeriums kamen in Bombay auch fünf US-Bürger ums Leben. (dpa/rtr)

Datum:  29 | 11 | 2008
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