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Politik
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03. März 2012

Thilo Sarrazin: "Ich reite auf gar nichts herum!"

 Von Joachim Frank
"98 Prozent der Menschen begegnen mir positiv": Thilo Sarrazin.  Foto: dapd

Der Berufs-Provokateur Thilo Sarrazin glaubt, jede seiner Thesen beweisen zu können. Sarrazin über Intelligenz, Bildungsferne und die Lehren aus dem Streit um sein Buch.

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Der Berufs-Provokateur Thilo Sarrazin glaubt, jede seiner Thesen beweisen zu können. Sarrazin über Intelligenz, Bildungsferne und die Lehren aus dem Streit um sein Buch.

Thilo Sarrazin hat sich viel Zeit genommen. Fast drei Stunden dauert das Gespräch in einem Balkonzimmer seiner Villa in Berlin-Westend, das nach Art eines Wintergartens verglast ist. Immer wieder springt er auf, holt Fachliteratur zu Bildung, Migration und Erblichkeit von Intelligenz und türmt die Bücher auf dem Tisch vor sich auf. Es sind die Themen seines umstrittenen Buches „Deutschland schafft sich ab“. Alles, alles glaubt Sarrazin belegen zu können – mit Statistiken, Tabellen, Literaturangaben und unzähligen Fußnoten.

In einem knapp 40-seitigen Vorwort zur Taschenbuch-Ausgabe ist jetzt viel davon die Rede, was Sarrazin von Politikern, von Journalisten und ihren Reaktionen auf sein Buch hält. Anlass nachzufragen, was er aus der Debatte, die selbst bei der Nominierung Joachim Gaucks für das Amt des Bundespräsidenten wieder losbrach, sonst noch gelernt hat.

Herr Sarrazin, haben Sie Joachim Gauck schon gratuliert?

Ich freue mich, dass Joachim Gauck als Bundespräsident nominiert wurde. Persönlich habe ich ihm nicht gratuliert.

Gauck hat vor längerer Zeit in einem Interview ein gewisses Verständnis für Ihre These von der mangelnden Integrationsbereitschaft und -fähigkeit vor allem muslimischer Zuwanderer geäußert. Das gilt nun in der Diskussion als „Sarrazin-Malus“ für Gauck. Fragen Sie sich angesichts dieser nachhaltigen Polarisierung manchmal: Was hätte ich anders machen sollen?

Ich werde vergangene Äußerungen von Joachim Gauck nicht kommentieren, sondern in Ruhe abwarten, was er als Bundespräsident zu sagen hat. Die Inhalte meines Buches habe ich vor der Veröffentlichung überlegt. Das Buch wurde wahrgenommen und diskutiert, dabei hat die Zustimmung deutlich überwogen.

Öffentlich gab es massive Kritik, mit der Sie sich ja auch im Vorwort zur Taschenbuchausgabe beschäftigen. Werden Sie heute eigentlich angepöbelt, wenn Sie auf die Straße gehen?


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Ich treffe eigentlich nur freundliche Menschen, 98 Prozent begegnen mir positiv. Aber das ist ja immer so: Die Fans kommen, die Feinde gucken weg.

98 Prozent Zustimmung? Die restlichen zwei Prozent müssen wohl in Redaktionen, der SPD-Zentrale oder Migrantenverbänden sitzen.

80 Prozent der Journalisten, die sich zu meinem Buch geäußert haben, haben es nicht gelesen.

Seite 2: Sarrazin über Erblichkeit von Intelligenz

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