Aktuell: US-Wahl | Türkei | Brexit | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Politik
Nachrichten und Kommentare zur Politik in Deutschland und der Welt

23. Mai 2012

Tierschutz: Arme Schweine

 Von Katja Tichomirowa
Schwein gehabt: Dieses Tier stammt nicht aus einer großen Mastanlage.  Foto: dapd

Das Tierschutzgesetz wird heute zwar geändert, doch beim Aufreger Nr.1, der Massentierhaltung, bleibt alles beim Alten. Auch weil Schwarz-Gelb die angestammte Klientel nicht vergrätzen will.

Drucken per Mail

Ein Huhn ist keine Sache, sondern ein Lebewesen, das anders zu behandeln ist als ein Haus oder ein Auto. Dieses bemerkenswerte Plädoyer für einen irgendwie anderen Umgang mit Lebewesen, findet sich in der Broschüre „Ethik in der Tierhaltung“, herausgegeben von der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft, vertrieben von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tierzüchter.

Wer seinen Lesern den Unterschied zwischen Ethik und Moral erläutert und sich um ein „besseres Verständnis zwischen Bevölkerung und Landwirten“ bemüht, hat ein Imageproblem. Auf die deutschen Tierzüchter trifft dies allemal zu. Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner weiß: „Heute ist das Tierwohl eine wichtige Messlatte für ethisches Handeln und wirtschaftliche Entscheidungen“.

Ferkel nur mit Betäubung kastrieren

Das Bundeskabinett wird am Mittwoch eine Novelle des Tierschutzgesetzes verabschieden. Sie umfasst eine ganze Reihe von Gesetzesänderungen und -verschärfungen, den Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration von Ferkeln etwa, den Schutz von Versuchstieren und ein Ausstellungsverbot für Tiere mit Qualzuchtmerkmalen.

Der größte Aufreger aber, die Massentierhaltung, bleibt vorerst von Gesetzesänderungen unbehelligt. Eine Reform des Baurechts, die die Privilegierung für gewerbliche Tierhaltungsanlagen beenden würde, wird es zunächst nicht geben. Angekündigt war ein entsprechender Kabinettsbeschluss für diese Woche.

Auf dem Land herrscht Krieg

Geplant war, für gewerbliche Tierhaltungsanlagen, die sich einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterziehen müssen, die Privilegierung zu streichen. Den Kommunen würde damit ein Instrument in die Hand gegeben, die Ansiedlung von großen Mastanlagen steuern zu können. Die Neuregelung hätte bei Schweinemastbetrieben ab 3000 Tieren und Hühnermastbetrieben ab 85.000 Plätzen gegriffen.

Die verantwortlichen unionsgeführten Ministerien bringt das Thema in Schwierigkeiten. Dem Bundesumweltministerium geht die vom Bauministerium geplante Regelung nicht weit genug. Das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sitzt schon qua Zuständigkeit zwischen allen Stühlen. Und alle zusammen wollen ihre angestammte Klientel nicht vergrätzen.

Derweil herrscht auf den Dörfern in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg mancherorts Krieg. Mastanlagen sind sozial unverträglich. „Schweinegeld für Investoren“ und eine „versaute Umwelt“ wollen sich die Anlieger nicht mehr bieten lassen.

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Pressekonferenz

Merkel singt weiter Schlaflieder

Von  |
Verteidigt weiter den Flüchtlingsdeal mit der Türkei: Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Angela Merkel für die aktuellen Krisen verantwortlich zu machen, wäre falsch. Allerdings ist sie auch nicht in der Lage, ein Signal des Aufbruchs zu setzen. Der Leitartikel. Mehr...

Terrorangst

Vom Umgang mit der Angst

Von  |
Anspannung statt Angst: Viele Menschen hadern im Umgang mit den sich häufenden Anschlägen.

Die Sehnsucht nach einer Politik, die aufräumt, gleicht einer Übersprungshandlung in einer Situation, in der wir den Boden unter den Füßen zu verlieren drohen. Der Leitartikel. Mehr...

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Videonachrichten Politik
Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Anzeige

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung