Ein Fall, der Gegner der Todesstrafe nicht nur in den USA, sondern auf der ganzen Welt in Atem hielt, hat eine überraschende Wendung genommen: Nach dreißig Jahren heftiger rechtlicher Auseinandersetzungen hat die Staatsanwaltschaft von Philadelphia erklärt, dass sie darauf verzichte, den schwarzen Journalisten und Bürgerrechtler Mumia Abu-Jamal hinzurichten. Die Giftspritze bleibt ihm erspart, der heute 58-Jährige soll aber lebenslang hinter Gitter bleiben.
Der Ex-Black-Panther Abu-Jamal war 1982 wegen eines Polizistenmordes zum Tode verurteilt worden. Die Entscheidung, die die Strafverfolger in Abstimmung mit der Witwe des ermordeten Polizisten getroffen haben, soll vor allem den Angehörigen des Mordopfers weitere juristische Auseinandersetzungen ersparen.
Solidaritäts-Kampagnen mit Prominenten
Der Fall wird von Kritikern als Paradebeispiel für die rassistisch voreingenommene US-Justiz betrachtet. An den Solidaritäts-Kampagnen hatten sich auch viele Prominente beteiligt. Für Abu-Jamal, der seine Unschuld beteuert, ist die Entscheidung nur ein halber Erfolg: Sie dient auch dazu, ihm die öffentliche Unterstützung zu entziehen.
Zahlreiche Berufungsverfahren hatten keinen Erfolg. Um die Todesstrafe durchzusetzen, hätte die Staatsanwaltschaft nun einen neuen Mini-Prozess abhalten müssen. Dann wäre es wohl zu neuen Berufungsverfahren gekommen.
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
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