Bad Salzungen. Dieses Bild in der eigenen Stadtkirche hatte das thüringischen Bad Salzungen bis Donnerstag nicht erwartet: Vor dem Altar sind drei Särge aufgestellt, eingehüllt in die Deutschlandflagge. Daneben halten junge Soldaten die Totenwache. Auf den Emporen, wo das Grau von Uniformen dominiert, fallen Tränen.
Gut eine Woche ist es her, dass in der Nähe der afghanischen Stadt Kundus drei Soldaten der Bundeswehr bei einem Feuergefecht mit den Taliban ums Leben kamen. Zwei von ihnen waren 23, einer 21 Jahre alt. Sie stammten aus Sachsen-Anhalt, Nordthüringen und Brandenburg.
Von großen Fotografien lächeln ihre Gesichter den Besuchern der Trauerfeier in der Kirche entgegen - als wäre nichts geschehen. "Befürchtet haben wir diesen Tag. Und doch haben wir alle gehofft, dass er uns erspart bleibt", sagt Militärdekan Hartmut Gremler. "Mit jedem der Opfer ist eine eigene Welt ausgelöscht worden." Worte des Trosts, die den Schmerz der Angehörigen, Freunde und Kameraden wohl vergeblich zu lindern versuchen. Sie verbinden mit den drei Männern nicht nur deren Einsatz bei der Bundeswehr. Jeder von ihnen hatte zuvor bereits eine Ausbildung absolviert: Martin B. als Koch, Alexander S. als Zentralheizungs- und Lüftungsbauer und Oleg M. als Einzelhandelskaufmann. Die beiden Letzteren hatten ihren viermonatigen Dienst in Afghanistan gerade erst angetreten. Martin B. aus dem kleinen Ort Nessa (Burgenlandkreis) indes hatte seinen Einsatz bereits fast abgeschlossen. Am Mittwoch wäre er 24 Jahre alt geworden.
"Wir wollten doch mit ihm feiern", sagen seine Freunde im Ort, die vergangene Woche Blumen und Kerzen vor dem ehemaligen Jugendclub in Nessa aufgestellt haben. Dort hatten sie sich einst oft getroffen.
Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) ehrt die Getöteten als Friedensbringer. Die drei Hauptgefreiten seien bei einem Auftrag gestorben, "der das Leben anderer schützen sollte". Der Tod der drei jungen Männer werfe erneut die Frage nach dem Sinn des Einsatzes auf, sagt Jung und betont: "In Afghanistan dienen wir dem Frieden der Welt, indem wir das Übel des Terrorismus an seiner Quelle bekämpfen." Am Ende der Rede verneigt er sich vor jedem einzelnen Sarg und spricht den Angehörigen sein Beileid aus.
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