Im Norden Malis sollen etwa 100 Menschen vorsätzlich getötet worden sein. Dies sagte der französische Minister für staatliche Zusammenarbeit, Henri de Raincourt, dem Radiosender Radio France Internationale (RFI) am Montag. De Raincourt hatte zuvor den afrikanischen Staat besucht. „Wir sprechen hier von etwa hundert Menschen, die gefangen genommen und kaltblütig hingerichtet wurden“, sagte de Raincourt.
Die barbarischen Hinrichtungsmethoden ähnelten jenen von Al-Kaida, fügte er auf die Frage nach den möglichen Tätern hinzu. „Manchen wurde vielleicht die Kehle durchgeschnitten. Andere wurden durch Schüsse in den Kopf getötet.“
Bei den Opfern in der Stadt Aguelhok soll es sich um Zivilisten und Soldaten handeln, wie der Minister sagte. Es sei noch unklar, wer für die Tötungen verantwortlich sei, berichteten Medien in Mali. Die Tötungen sollen bereits am 24. Januar passiert sein.
Die für Autonomie kämpfenden Tuareg hatten Mitte Januar im Norden Malis die größte Offensive seit 2009 gestartet. Beteiligt sind auch Tuareg, die zuvor als Söldner für den inzwischen getöteten libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi kämpften und inzwischen nach Mali zurückgekehrt sind. Dem Nomadenvolk der Tuareg gehören rund 1,5 Millionen Menschen an, sie leben in Algerien, Burkina Faso, Libyen, Mali und im Niger.
Menschen auf der Flucht
Nach Angaben von Hilfsorganisationen flohen mindestens 20.000 Menschen vor den Kämpfen in die Nachbarländer Malis. Die Zahl dürfte aber deutlich höher liegen. Allein mehr als 13.000 Menschen flohen nach Mauretanien, wie das dortige Innenministerium mitteilte. Die Flüchtlingslager würden vom UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) geführt.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat bereits Lebensmittelhilfen für 4000 Flüchtlinge in der Region um die Stadt Aguelhok verteilt. Am Donnerstag hatte das IKRK von 30.000 Flüchtlingen in Mali selbst gesprochen.
Die Gruppe der Tuareg profitierte militärisch vom Fall des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi. Viele Tuareg, die in der libyschen Armee gedient hatten, kehrten nach Mali zurück - zum Teil mit Waffen aus Libyen. (dpa/afp)
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