Schwere Vorwürfe gegen den türkischer Generalkonsul in Düsseldorf: Hakan Kivanc soll sich bei einem Treffen mit Vertretern türkisch-stämmiger Minderheiten rassistisch über Deutsche geäußert haben. Nun hat sich auch das Bundesaußenministerium eingeschaltet und will Kontakt mit der türkischen Botschaft aufnehmen.
Die "Initiative Mor Gabriel" - ein Zusammenschluss von Verbänden türkischstämmiger Minderheiten - hatte sich mit dem Diplomaten am 22. Februar getroffen. Anlass des Gesprächs sei die drohende Schließung des Klosters Mor Gabriel in der Türkei gewesen.
Einem Protokoll der Zusammenkunft zufolge soll Kivanc unter anderem gesagt haben: "Wenn man den Deutschen die Pulsadern aufschneidet, fließt braunes Blut." Zudem habe er behauptet, die Deutschen würden am liebsten den Türken ein "T" tätowieren, wie es die Nazis mit den Juden getan hätten.
Türkei soll personelle Konsequenzen ziehen
Den Angaben zufolge soll Kivanc damit begründet haben, dass der türkische Staat die einzige verlässliche Schutzmacht für türkischstämmige Migranten sei. Die Gesprächsteilnehmer, zu denen unter anderem ein Türke und ein Kurde gehörten, habe er gewarnt, sich von der deutschen Politik nicht ausspielen zu lassen. Ein Teilnehmer des Gesprächs hat dies bestätigt.
Drei Stunden lang soll Hakan Kivanc mit den Männern geredet haben. Anschließend habe er um eine vertrauliche Behandlung des Gesprächs gebeten. Dennoch fertigte einer der Teilnehmer ein Protokoll an. Das Protokoll lag dem Kölner Stadt-Anzeiger vor.
Die Initiative Mor Gabriel, die sich für den Erhalt des alten christlichen Klosters in der Türkei einsetzt, forderte die Abberufung des Diplomaten. "Wir fordern die Türkei auf, umgehend personelle Konsequenzen zu ziehen. Ein Generalkonsul, der solch ein Deutschlandbild verinnerlicht hat und damit auch noch hausieren geht, darf nicht weiter im diplomatischen Dienst in Deutschland arbeiten dürfen", sagte Kubilay Demirkaya, Sprecher der Initiative.
Kivanc äußerte sich zu den Vorwürfen bisher nicht. Auch das Generalkonsulat gab keine Stellungnahme ab. Die türkische Botschaft kündigte jedoch eine Erklärung an.
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