Aktuell: US-Wahl | Türkei | Olympische Spiele | Brexit
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Politik
Nachrichten und Kommentare zur Politik in Deutschland und der Welt

08. Januar 2016

Übergriffe in Köln: Grenze zu, Affe tot

 Von 
Eine Ausweitung der Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen als Reaktion auf die Ereignisse befürworten 82 Prozent der Befragten.  Foto: dpa

Wegsperren, abschieben, ausgrenzen. Ein Kommentar zum Tonfall in der Diskussion rund um die Silvesternacht in Köln.

Drucken per Mail

„Null Toleranz gegenüber kriminellen Ausländern“ – das ist die Botschaft, die große und kleine Parteien seit Tagen in die Mikrofone und Notizblöcke der Journalisten predigen: „Haft in der Heimat“ (Sigmar Gabriel, SPD), „abschieben, bevor das Asylverfahren zu Ende ist“ (Joachim Herrmann, CSU), „schärfere Gesetze“ (Volker Kauder, CDU), „Hürden für die Abschiebung senken“ (Christian Lindner, FDP), Videoüberwachung, Schleierfahndung, Obergrenzen – wer will nochmal, wer hat noch nicht?

Mehr dazu

Bei all dem Getöse geht es vorgeblich darum, die Sorgen der Menschen im Land ernst zu nehmen. Als ob es keine sexualisierte Gewalt gegen Frauen mehr gäbe, wenn Berlin bei der Asylgesetzgebung nur ein weiteres Mal auf menschenrechtliche Standards pfeift. Als ob auch nur eine Lehrerin, ein Erzieher, ein Jobberater oder Flüchtlingshelfer neue Sicherheitsgesetze brauchte, damit er den Eindruck bekommt, die schier unfassbar große Aufgabe der Integration bewältigen zu können. Und nicht allein gelassen zu werden mit denen, die womöglich gar nicht integrierbar sind. Repression wird beschworen, wo inhaltliche Konzepte nötig wären.

Denn das ist doch die Frage, die letztlich beantwortet werden muss, auch und zuvorderst von der Politik: Wie kann die Integration gelingen? Stattdessen wird wieder einmal so getan, als könne man Sexismus und Gewalt bekämpfen, indem man nur ordentlich filmt, abschiebt, wegsperrt. Grenze zu, Affe tot.

In ihrer Angst und Besorgnis verlangen viele Menschen nach einfachen Lösungen. Es läge in der Verantwortung der Volksvertreter, sie ihnen zu verweigern. Schlicht und einfach, weil es sie nicht gibt.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Volkswagen

Falsche Unterstützung

Von  |
Die Bänder rollen wieder: Volkswagen hat sich mit dem Zulieferer Prevent geeinigt.

Politiker haben sich im Streit zwischen Volkswagen und Prevent einseitig aufi die Seite des Konzerns geschlagen. Dieses Fehlverhalten gefährdet das Projekt VW. Der Leitartikel.  Mehr...

AfD-Erfolge

Gegen die AfD hilft Geduld

Einfach Antworten: Die AfD geizt nicht mit populistischen Slogans auf ihren Wahlplakaten.

Unbeeindruckt von innerparteilichen Streitereien feiert die AfD Erfolge. Panischer Antipopulismus von anderen Parteien hilft dagegen nicht. Besser ist geduldiges Argumentieren. Der Leitartikel. Mehr...

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Videonachrichten Politik
Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Anzeige

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung