Kiew. Nach dem knappen Sieg des pro-russischen Politikers Viktor Janukowitsch bei der Präsidentenwahl in der Ukraine wartet das Land weiter auf eine Reaktion seiner pro-westliche Rivalin Julia Timoschenko.
Medien in Kiew berichteten am Dienstag, dass die Regierungschefin den Sieg von Janukowitsch nicht anerkenne und das Ergebnis vor Gericht anfechten werde. Dies habe die Politikerin mit dem markanten Haarkranz bei einem internen Treffen mit Spitzen ihrer Partei gesagt. Fernsehsender in Kiew berichteten dagegen, dass Timoschenkos Partei in die Opposition gehen werde.
Die EU hatte die Wahl vom Sonntag in ihrem wichtigsten Transitland für russische Gaslieferungen als fair und frei anerkannt. In Kiew erwarteten Beobachter noch am Dienstag eine erste Stellungnahme Timoschenkos zum Wahlergebnis. Die 49-Jährige steht unter Druck, nachdem westliche Wahlbeobachter die Abstimmung als demokratisch gelobt hatten. Wenn Timoschenko ihre Niederlage anerkenne, wäre dies ein Zeichen demokratischer Reife, sagte ein westlicher Diplomat, der namentlich nicht genannt werden wollte.
Nach dem vorläufigen Endergebnis kam Janukowitsch, der 2004 noch eine Niederlage gegen die pro-westlichen Reformer erlitten hatte, auf 48,8 Prozent der Stimmen. Timoschenko, die vor fünf Jahren eine Galionsfigur der Orangenen Revolution war, erhielt 45,6 Prozent. 4,4 Prozent hatten auf dem Stimmzettel die Option "Gegen alle" angekreuzt. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,15 Prozent. (dpa)
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