Das umstrittene Bahn-Milliardenprojekt Stuttgart 21 bringt ein Bündnis aus SPD und Grünen im traditionell konservativen Baden-Württemberg in den Bereich des Möglichen. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage für das Magazin Stern hätten sie eine deutliche Regierungsmehrheit von 48 Prozent, wenn es jetzt eine Landtagswahl gäbe. Das bisherige Regierungsbündnis aus CDU und FDP müsste herbe Verluste hinnehmen und käme nur noch auf 43 Prozent. Die nächste Landtagswahl ist für Ende März 2011 geplant.
Die Mehrheit der Baden-Württemberger lehnt den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs ab. Bahnchef Rüdiger Grube und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) halten dagegen trotz der Massenproteste an dem Projekt fest.
Die Grünen kommen der Umfrage zufolge auf einen Rekordwert von 24 Prozent; bei der Landtagswahl 2006 waren es 11,7 Prozent. Damit wären die Grünen genauso stark wie die SPD, die die Folgen ihrer Zustimmung zu Stuttgart 21 zu spüren bekommt. Sie käme ebenfalls auf 24 Prozent der Stimmen (2006: 25,2 Prozent). Während die Parteispitze den Umbau verteidigt, sprechen sich 57 Prozent der SPD-Wähler dagegen aus.
Für die CDU würden 37 Prozent der Baden-Württemberger stimmen (2006: 44,2 Prozent). Mit sechs Prozent muss auch die FDP starke Verluste hinnehmen, 2006 hatte sie 10,7 Prozent erhalten. Die Linkspartei würde laut der Erhebung mit vier Prozent nicht den Sprung in den Stuttgarter Landtag schaffen. (rtr)
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