Berlin. Der neue Bundespräsident Christian Wulff hat laut der Umfrage des Deutschland-Trend im Auftrag der ARD-Tagesthemen und der FR viel Zuspruch bekommen, während die Mehrheit der Bürger Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) blamiert sieht. Wulff (51), der Kandidat von Union und FDP, hatte sich am Mittwoch erst im dritten Wahlgang gegen Joachim Gauck (70) durchgesetzt, den SPD und Grüne unterstützt hatten.
58 Prozent äußerten im Deutschland-Trend die Meinung, dass "am Ende mit Wulff der richtige Kandidat gewählt worden ist". Nur 35 Prozent finden, dass "Joachim Gauck der bessere Präsident gewesen wäre". Mehr als drei Viertel der Befragten (79 Prozent) finden es gut, "dass diesmal ein jüngerer Kandidat in das Amt gewählt wurde". Infratest dimap hatte am Donnerstag 799 Wahlberechtigte für die repräsentative Umfrage angerufen.
68 Prozent finden es eine "Blamage für Angela Merkel, dass Wulff so viele Stimmen aus dem eigenen Lager nicht bekommen hat". Drei Viertel (77 Prozent) denken, dass "Angela Merkel ihre Regierungskoalition nicht mehr richtig im Griff hat".
72 Prozent sind der Ansicht, dass Christian Wulff ein guter Bundespräsident wird. Nur 13 Prozent verneinen das. 82 Prozent halten ihn für sympathisch, 74 Prozent für glaubwürdig und 66 Prozent für volksnah. 80 Prozent sind der Meinung, dass Wulff Deutschland in der Welt gut vertreten kann. 64 Prozent denken, dass Wulff mit den Problemen der Bürger vertraut ist. 54 Prozent finden, dass Wulff die richtigen Themen anspricht. Dass Wulff über den Parteien stehen wird, glaubt allerdings weniger als die Hälfte der Deutschen (47 Prozent).
In der Sonntagsfrage gewinnt die Union gegenüber Mitte Juni einen Punkt hinzu und kommt auf 33 Prozent. Die SPD kann ebenfalls um einen Punkt zulegen und erreicht 30 Prozent. Dies ist der beste Wert für die SPD seit Februar 2008. Die FDP liegt unverändert bei fünf Prozent. Die Grünen erreichen wieder 17 Prozent. Die Linke verliert einen Punkt und kommt auf zehn Prozent. Für die Sonntagsfrage wurden 1624 Wahlberechtigte befragt.
An der Spitze der Beliebtheitsliste liegt weiterhin Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Mit seiner Arbeit sind 70 Prozent der Deutschen zufrieden (+2 gegenüber Mitte Juni). Auf Platz zwei folgt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU, 60 Prozent, +4). Auf Platz drei folgt Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, 54 Prozent, +6).
Merkel liegt mit einer Zustimmung von 43 Prozent (+3) weiter hinter SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (53 Prozent, +10), SPD-Chef Sigmar Gabriel (46 Prozent, +5) und der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Renate Künast (45 Prozent, +-0). FDP-Chef Guido Westerwelle kommt auf 22 Prozent (+2). (dpa)
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