Hamburg - Die Sozialdemokraten haben in der Wählergunst nach einer Forsa-Umfrage Boden gut gemacht. Ihr Kanzlerkandidat Frank- Walter Steinmeier fällt im Vergleich zu Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) aber weiter zurück, ergab die am Mittwoch veröffentlichte wöchentliche Umfrage des Hamburger Magazins "Stern" und des Fernsehsenders RTL. Forsa hatte in der vergangenen Woche (27. bis 31. Oktober) 2501 Bürger befragt. Die Vorgänge in Hessen, wo die SPD- Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti inzwischen mit ihrem Plan scheiterte, sich mit Hilfe der Linkspartei zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen, konnten damit noch nicht berücksichtigt werden.
Die SPD erreichte in der Umfrage 26 Prozent - 2 Punkte mehr als in der Vorwoche. Die Unionsparteien verharren demnach bei 36 Prozent, die Linken bei 13. Die FDP verliert 1 Punkt und kommt auf 12 Prozent, die Grünen verlieren ebenfalls 1 Punkt und erreichen 7 Prozent. Damit fällt die Partei zum ersten Mal hinter ihr Ergebnis bei der Bundestagswahl 2005 zurück, als sie 8,1 Prozent erzielte.
Forsa hatte vom 27. bis 31. Oktober 2501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger befragt. Statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte, Auftraggeber "Stern" und RTL.
Würde der Kanzler direkt gewählt, bekäme Merkel die absolute Mehrheit. 51 Prozent der Wähler sprechen sich für die Kanzlerin aus, für Herausforderer Steinmeier nur 24 Prozent. Gegenüber der Vorwoche verliert er 1 Punkt, Merkel gewinnt 2 Punkte hinzu. Beide trennen nun 27 Prozentpunkte.
Im Vergleich zu Merkel fehle Steinmeier Rückhalt in der eigenen Partei, meldet der "Stern". Unter den SPD-Anhängern sprachen sich 58 Prozent für ihn aus. Von den Unions-Wählern entschieden sich dagegen 90 Prozent für Merkel. Zum anderen könne Steinmeier, anders als Merkel, nicht bei den Frauen punkten. 91 Prozent der Unionsanhängerinnen würden der Kanzlerin ihre Stimme geben. Unter den sozialdemokratisch gesinnten Wählerinnen würden sich immerhin noch 37 Prozent für Merkel entscheiden, Steinmeier kommt auf 49 Prozent. Insgesamt würden 55 Prozent aller Frauen Merkel zur Kanzlerin wählen. (dpa)
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