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Politik
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16. Juni 2011

Umstrittene Anträge: Deutsche Burschenschaft will Rechtsruck vermeiden

Die Chargierten der Deutschen Burschenschaft in ihren Festuniformen (Archivbild von 2002).  Foto: dpa

Sieg für den liberalen Flügel des Dachverbands: Der Antrag auf Ausschluss der Burschenschaft Hansea Mannheim wurde zurückgezogen, ebenso der Antrag, die deutsche Abstammung als zwingenden Grund für eine Mitgliedschaft einzuführen.

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Eisenach –  

Bei der Auseinandersetzung innerhalb der Deutschen Burschenschaft (DB) um Abstammungsvorschriften für eine Mitgliedschaft hat sich offenbar der liberale Flügel des Verbands vorerst durchgesetzt. „Nach einer langen und emotionalen Diskussion wurden die Anträge auf Ausschluss der Burschenschaft Hansea Mannheim aus dem DB zurückgezogen“, sagte der Pressereferent der deutschen Burschenschaft, Michael Schmidt, am Donnerstag zu Beginn des Burschentags in Eisenach. Auch der Antrag, die deutsche Abstammung als zwingende Voraussetzung für eine Mitgliedschaft einzuführen, wurde zurückgenommen.

Künftig seien bei der Auswahl von Mitgliedern weiterhin „das Bekenntnis zur deutschen Kultur, die deutsche Staatsangehörigkeit und die Abstammung“ entscheidende Anforderungen an Bewerber, sagte Schmidt. Allerdings müsse nicht jeder einzelne dieser Punkte erfüllt werden, um aufgenommen zu werden. Durch die Änderung der Bestimmungen sei die Autonomie der einzelnen Mitgliedsbünde bei der Auswahl der Mitglieder deutlich gestärkt worden.

Von einem Rechtsruck der Deutschen Burschenschaft könne nicht die Rede sein, sagte Schmidt. Eine Spaltung des Verbands sei jedoch auch in Zukunft jederzeit möglich. In der Vergangenheit seien die Bünde jedoch immer zu einer Einigung gekommen.

Die Deutsche Burschenschaft war in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, nachdem die „Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“ einen Antrag auf Ausschluss der Verbindung Hansea Mannheim gestellt hatte, die einen chinesisch-stämmigen Studenten in ihre Reihen aufgenommen hatte.

Die Deutschen Burschenschaft ist ein Dachverband von über 120 Burschenschaften. Derzeit verfügt die Organisation nach eigenen Angaben über rund 1.500 aktive studentische Mitglieder und etwa 10.500 frühere Studenten (Alte Herren). (dapd)

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