Ein guter Tag für Kuba: Die sozialistische Karibikinsel erhielt nicht nur ausdrückliches Lob von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), sondern auch klare Rückendeckung von der UN-Vollversammlung. Die Mitgliedsländer verurteilten in New York erneut mit überwältigender Mehrheit das seit 1962 andauernde US- Embargo gegen Kuba.
Bewundernde Worte fand zudem WHO-Chefin Margaret Chan für den 83-jährigen Revolutionsführer Fidel Castro, der sich offensichtlich bester Gesundheit erfreut. "Großartig" und "sehr stark" - so schilderte Chan den früheren Präsidenten Kubas nach einem Treffen in Havanna.
Da sie Ärztin sei und keine Erlaubnis von "Herrn Fidel Castro" habe, über seine Gesundheit zu sprechen, nenne sie aber keine Details: Sie wisse, wie wichtig Vertraulichkeit sei. An Anerkennung ließ sie es aber bei einer Pressekonferenz nicht fehlen. "Ich muss sagen, dass das Verständnis von Herrn Fidel Castro über die Bedeutung der Gesundheit, besonders der öffentlichen Gesundheit beeindruckend ist."
Journalisten und Ärztekollegen mahnte sie sanft, sich nicht unvorbereitet auf Fachgespräche mit Castro einzulassen. "Jeder von Ihnen, vor allem die Ärzte: Wenn Sie die Materie nicht gut kennen, reden sie nicht mit ihm. Er weiß mehr darüber als Sie", warnte Chan. Um Castros Kondition sei es gut bestellt. Er habe sie bei dem Treffen am Dienstag auch außerhalb des Hauses begleitet. "Ich habe ihn sehr stark erlebt. Vergessen Sie nicht, dass ich viel jünger bin als er, und ich fühlte mich müde, und er nicht. Dios mío. (Mein Gott)."
Hohe Lebenserwartung, niedrige Kindersterblichkeitsrate
Chan lobte ausdrücklich das öffentliche Gesundheitssystem Kubas und verwies auf positive Indikatoren wie "die hohe Lebenserwartung, die sehr niedrige Kindersterblichkeitsrate". "Ich muss sagen, dass es für ein Land mit diesem wirtschaftlichen Entwicklungsstand nicht leicht ist, so gute Gesundheitsindikatoren zu erreichen." Die kubanischen Ärzte seien sehr engagiert und sehr gut ausgebildet vor allem in der Allgemeinmedizin. Sie würdigte auch die "gute Arbeit" Kubas bei der Bekämpfung der Schweinegrippe.
Als "Sieg" feierten Kubas offizielle Medien am Mittwoch die Entscheidung der UN-Vollversammlung, die parallel zu Chans Lob das US-Embargo gegen Kuba verurteilte. 187 der 192 Mitgliedstaaten billigten eine Resolution, die an alle Länder appelliert, das Embargo der Amerikaner zu ignorieren und freien Handel mit Kuba zu treiben.
"Die Welt hat wieder einmal praktisch einstimmig die Blockade-Politik der USA gegen Kuba verurteilt. 187 Länder unterstützten in der UN die Resolution, die die uralte, irrationale und illegitime Politik verurteilt", kommentierte die Programmdirektorin des kubanischen Fernsehens, Randy Alonso. (dpa)
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
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