Berlin. Die Kinder in den Entwicklungs- und Schwellenländern sind nach einer Untersuchung von Unicef die Verlierer der Wirtschafts- und Finanzkrise. Der Einbruch der Weltwirtschaft habe Armut, Hunger und Krankheiten bei Kindern verschärft.
Einen Tag vor Beginn der G8- und G20-Gipfel in Kanada rief das UN-Kinderhilfswerk die Staats- und Regierungschefs auf, gerade angesichts der Krise die Entwicklung der ärmsten Kinder stärker zu fördern. "Wenn Milliarden verfügbar sind, um Banken zu retten, Unternehmen zu stabilisieren, ... dann darf die finanzielle Unterstützung der ärmsten Kinder nicht verringert werden", forderte Unicef-Deutschland-Chef Jürgen Heraeus am Donnerstag in Berlin. "Wir brauchen einen Aufschwung mit menschlichem Gesicht."
Nach dem Unicef-Report 2010 nehmen extreme Armut und Ungleichheit weiter zu. Fortschritte beim Kampf gegen Kindersterblichkeit, bei der Bildung und dem Zugang zu sauberem Wasser in den ärmsten Ländern fielen deutlich geringer aus als vor der Krise erwartet. Die Ernährungslage für die ärmsten Familien habe sich dramatisch verschlechtert. In Südasien könnten 33 Prozent der Menschen ihren täglichen Mindestbedarf an Kalorien nicht decken, fast jedes zweite Kind habe Untergewicht.
Hohe Lebensmittelpreise, sinkende Realeinkommen und steigende Arbeitslosigkeit träfen die Familien am härtesten, die auch schon vor der Krise am Rande gelebt hätten. Angesichts der Krise müsse der Schutz der Kinder vor Ausbeutung gezielt verbessert werden. Da die Staatshaushalte in vielen Ländern wegen der Schuldenkrise unter Druck stehen, zeichne sich ab, dass die Entwicklungshilfebudgets stagnieren, sinken oder hinter den Zielsetzungen zurückbleiben würden, schätzt Unicef. (rtr)
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