Der Bundeswehr-Kommandeur im nordafghanischen Kundus fordert eine deutliche Verstärkung der Kampftruppen in der Region. Das Ziel: "Weniger Gefechte, weniger Kampf, weniger Gewalt."
Die Bundesregierung will erst nach der Afghanistan-Konferenz Ende Januar über eine Verstärkung des Bundeswehr-Kontingents entscheiden. (Symbolbild)
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Die Bundesregierung will erst nach der Afghanistan-Konferenz Ende Januar über eine Verstärkung des Bundeswehr-Kontingents entscheiden. (Symbolbild)
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Kundus. Der Bundeswehr-Kommandeur im nordafghanischen Kundus hat sich für eine deutliche Verstärkung der Kampftruppen in der Unruheregion ausgesprochen.
"Auf die Provinz Kundus gerechnet wären eine weitere Kompanie (mit 150 Soldaten) und bestimmte andere Fähigkeiten im Pionierbereich wünschenswert", sagte Oberst Kai Rohrschneider der Deutschen Presse-Agentur dpa in Kundus. Mehr Truppen würden ermöglichen, "mit weniger Gefechten, weniger Kampf und weniger Gewalt auszukommen, weil die Aufständischen dann vor dieser militärischen Präsenz ausweichen und wir in Räume hineinkommen, in denen wir afghanische Sicherheitsstrukturen einrichten können".
Der Kommandeur des Wiederbaufbauteams (PRT) sagte: "Wir haben hier in Kundus in den vergangenen Monaten beobachtet, dass die Bevölkerung nicht mehr an einen Sieg der Taliban glaubt. Aber sie glaubt auch noch nicht an einen Sieg der (Internationalen Schutztruppe) ISAF und der afghanischen Regierung. Dafür ist es erforderlich, dass wir für eine gewisse Zeit unsere militärische Präsenz erhöhen." Aus welchem Land zusätzliche Soldaten kämen, sei "zunächst einmal egal". Einfacher sei es aber, wenn "Kräfte einer Nation" zusammenarbeiteten.
Derzeit seien mit vier Infanterie-Kompanien zwar ausreichend Truppen in Kundus, sagte Rohrschneider. Eine dieser Kompanien sei aber nur vorübergehend zur Verstärkung aus dem deutschen Hauptquartier in Masar-i-Scharif nach Kundus entsandt worden. Diese Soldaten fehlten anderswo im nordafghanischen Verantwortungsbereich der Bundeswehr. "Von daher wird man sich die Frage längerfristig stellen, ob das so möglich ist. Das PRT Kundus für sich alleine könnte ein Mehr an Kräften natürlich schon gebrauchen."
Einsatz in Afghanistan
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Ein deutscher Marder-Schützenpanzer der schnellen Eingreiftruppe pflügt im Marmal-Gebirge bei Masar-i-Scharif während einer Übung durch den Sand.
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Deutsche Soldaten während einer Schießübung in Kunduz. Seit 2009 mehren sich die Feuergefechte zwischen der Bundeswehr und afghanischen Terroristen.
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Soldaten der Quick Reaction Force (QRF) bergen in Mazar-i-Sharif in Afghanistan während einer Gefechtsübung einen "Verwundeten".
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Einsatz bei Tag und Nacht. Soldaten der QRF proben in den Marmal Bergen nahe Mazar-e-Sharif in Afghanistan in totaler Dunkelheit den Ernstfall.
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Ein deutscher CH-53 Hubschrauber der ISAF landet in Feyzabad, nördlich von Kabul.
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Gefährlicher Einsatz. Bundeswehrsoldaten sichern in Kundus die Hauptstrasse nach Kabul. Immer wieder kommt es dabei zu Angriffen von Taliban-Kämpfern.
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Ein Soldat der Bundeswehr steht in Kundus an einer Strassensprerre. In der Nacht zuvor waren erneut zwei Raketen auf das Feldlager abgeschossen worden.
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Alltag für die Soldaten. Einsatz für die Bundeswehr an einer Straßensperre in Kundus.
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Patrouillenfahrt. Soldaten der Quick Reaction Force (QRF) fahren in Masar-i-Sharif in Fahrzeugen vom Typ "Fuchs" und "Dingo".
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Ruhephase. Ein Bundeswehrsoldat der QRF lehnt in den Marmal Bergen nahe Masar-I-Sharif in Afghanistan während einer Übungspause an einem Bundeswehr-Fahrzeug des Tys "Dingo".
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Deutsche Soldaten observieren die Gegend während einer Mission in der Region von Kunduz.
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Deutscher Bundeswehrsoldat trifft afghanisches Kind - aufgenommen in einem Dorf in der Region von Kunduz.
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Feldjäger der Bundeswehr patrouillieren in Mazar-i-Sharif. Der Kontakt zu den Einheimischen gilt als ebenso notwendig wie gefährlich, da es gerade während der Patrouillen immer wieder zu Anschlägen kommt..
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Ohne Übersetzer ist die Kommunikation mit den Bewohnern eines Dorfes in der Region von Kunduz für die deutschen Soldaten nur schwer möglich.
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Soldaten der Bundeswehr laufen über einen Markt in der Stadt Kundus im afghanischen Kundus Patrouille.
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Bundeswehrsoldaten der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan rauchen nach dem Einsatz an einer Straßensperre der Bundeswehr in Kundus in Afghanistan im Feldlager. An ihrem Checkpoint hatten die Soldaten Schüsse auf einen herannahenden Wagen abgeben müssen, um diesen zum Anhalten zu zwingen. Verletzt wurde niemand.
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Ärzte der Bundeswehr versorgen einen verletzten Afghanen im deutschen Camp in Kunduz.
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Der Mann war von einer Kugel getroffen worden.
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Auch die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte gehört zu den Aufgaben der Bundeswehr. Hier werden bei Masar-i-Scharif im Camp Mike Spann Soldaten der Afghanischen Nationalarmee ANA trainiert.
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Auch Waffenkunde gehört zu den Ausbildungseinheiten der Bundeswehr für das afghanische Militär.
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Ein Bundeswehrsoldat bildet im Feldlager der Bundeswehr in Feyzabad in Afghanistan afghanische Polizisten aus. Bei der Übung kommen allerdings nur Waffenattrappen zum Einsatz.
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Ein Polizist der Afghan National Police (ANP) führt in Aibak in der Provinz Samangan in Afghanistan im Rahmen der Ausbildung duch Feldjäger der Bundeswehr eine Durchsuchung durch. Feldjäger der Bundeswehr trainieren in den nördlichen Provinzen Afghanistans Polizisten der ANP.
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Wachsoldat vor dem deutschen Feldlager in Masar-i-Sharif.
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Der deutsche Oberst Georg Klein geriet in die Kritik, weil er US-Luftunterstützung im Kampf gegen zwei Tanklaster bei Kundus angefordert hatte.
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Bei dem von einem deutsche Oberst angeforderten US-Luftangriff auf zwei Tanklaster bei Kundus sterben mindestens 135 Menschen, unter ihnen viele Zivilisten, auch Kinder.
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Was macht die Bundeswehr in Afghanistan? Welche Aufgaben haben die deutschen Soldaten? Die Bilder internationaler Fotografen dokumentieren den Einsatz im Hindukusch. Hier trainieren Soldaten der Quick Reaction Force (QRF) in Mazar-i-Sharif für den Ernstfall.
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Tanklaster-Bombardement bei Kundus
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Tanklaster-Bombardement bei Kundus
Der deutsche Kommandeur in dieser Nacht war Oberst Georg Klein. Er ließt mitteilen, dass Feindkontakt bestehe, weshalb Luftunterstützung nötig sei.
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US-Kampfpiloten flogen über den Einsatzort und antworteten, keine deutschen oder afghanischen Truppen in der Nähe der Tankwagen zu sehen.
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Die US-Piloten schlugen deshalb vor, die Menschen bei den Tanklastern durch einen Tiefflug zu vertreiben, weil laut Isaf-Regeln für einen Angriff eine "unmittelbare Bedrohung" bestehen müsse.
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Die deutsche Einsatzleitung lehnte ab und forderte die Bombardierung.
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Am 27. November 2009 trat der damalige Verteidigungsminister Jung, inzwischen im neuen Kabinett Arbeitsminister, von seinem Amt zurück. Was war passiert?
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Nach und nach sickerten immer mehr Informationen an die Öffentlichkeit, dass die ursprüngliche Darstellung eines legitimes Angriffs nicht mehr haltbar war.
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Franz Josef Jung bestritt zunächst zivile Opfer. Dabei hatte das deutsche Regionalkommando in Masar-i-Sharif schon wenige Stunden nach dem Angriff klare Hinweise auf zivile Verletzte.
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Ein Untersuchungsausschuss soll klären, ob der Deutsche Bundestag durch Informationspannen oder gar vorsätzlich falsch informiert wurde.
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Die Nato flog am 4. September 2009 einen Angriff auf zwei Tanklaster nahe Kundus in Afghanistan. Ein deutscher Oberst hatte die Luftunterstützung angefordert. Bis zu 142 Menschen starben oder wurden verletzt, darunter viele Zivilisten.
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Deutsche Soldaten in Nordafghanistan
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Deutsche Soldaten in Nordafghanistan
Doch am 16. Dezember 2009 geraten die Soldaten der 263- Isaf-Fallschirmjägerkompanie unter Beschuss.
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Taliban greifen mit Panzerfäusten an.
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Ein Reuters-Fotograf ist dabei.
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Eigentlich will er Bilder einer humanitären Aktion mitbringen.
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Es werden Bilder des Krieges.
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Die Minenräum-Aktion ist am 15. Dezember der Auftakt eines mehrtägigen Einsatzes, um die angespannte Lage im nördlichen Distrikt Chahar Dara in den Griff zu bekommen.
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An der Operation sind mehrere hundert deutsche Soldaten sowie afghanische Truppen und Polizisten beteiligt.
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Die Bundeswehr wird in Chahar Dara immer wieder von Aufständischen angegriffen, mehrere deutsche Soldaten wurden dort bereits getötet.
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Schon am Montag, 14. Dezember 2009, war die Schutzkompanie des Lagers in dem Gebiet unter massiven Beschuss geraten.
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Die Truppen waren ausgerückt, um eine Brücke zu reparieren, und wurden mit Mörsergranaten angegriffen.
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Die Bundeswehr-Soldaten feuerten mit schweren Maschinengewehren und Milan-Panzerabwehrraketen zurück. Verletzte gab es auf deutscher Seite nicht. Noch nicht.
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Chahar Dara liegt rund sieben Kilometer westlich des deutschen Feldlagers Kundus und ist inzwischen als Unruhe-Region berüchtigt.
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Die Bevölkerungszahl im Distrikt lag im Jahr 2006 bei 65.100 Menschen.
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Rund die Hälfte der Einwohner sind ethnische Paschtunen, ein Viertel sind Tadschiken, 12 Prozent Usbeken und acht Prozent Turkmenen.
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Die meisten Menschen leben in Dörfern oder auf Höfen im Nodwesten des Distrikts, am Südwestufer des Kundus-Flusses.
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Den Rest, also etwa 85 Prozent des Territoriums von Chahar Dara, machen unbewohnte Berge und Hügel aus.
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Ein ideales Versteck für Aufständische.
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Im Zuge der Taliban-Vertreibung im Jahr 2001, wurden weite bevölkerte Teile des Distrikts schwer beschädigt.
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Bis zum Jahr 2008 blieb es in der Gegend aber relativ friedlich.
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Bald darauf tauchten in Chahar Dara jedoch vermehrt Aufständische auf, Usbeken und Tschetschenen, die mutmaßlich Verbindungen zu Al-Kaida unterhielten.
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Allmählich entwickelte sich Chahar Dara zu ihrem Hauptquartier in der Provinz Kundus.
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Von hier aus operieren sie relativ ungestört und greifen dabei immer wieder die internationalen Aufbaukräfte an.
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Seit April 2009 unternehmen deutsche und afghanische Soldaten gemeinsame Anstrengungen, um die Präsenz und den Einfluss der Aufständischen in der Region zu mindern.
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Im Juli 2009 fand die bisher größte Militäraktion der deutschen Truppen im Land statt: Ihr Ziel war es, die militanten Kräfte aus dem Distrikt zu vertreiben.
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Die Aktion gilt als Flop: Es ist nicht gelungen, Chahar Dara von Taliban zu säubern.
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Der umstrittene Nato-Bombenangriff auf zwei Tanklastzüge, vom deutschen Oberst Georg Klein befohlen, fand ebenfalls im Distrikt Chahar Dara statt.
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Die Lage in der Region ist angespannt: Ein Bundeswehrsoldat des 391. Infanterie-Bataillon patroulliert am 14. Dezember im Dorf Chahar Dara.
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Ziviles Leben spielt sich vor der allgegenwärtigen Kulisse des Krieges ab: Ein Einheimischer passiert ein Fahrzeug der Bundedwehr mit seinen Kamelen und einem Esel.
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Ob die Aufbautrupps ihre jeweilige Aufgabe - den Bau von Brücken, das Räumen von Minen - unbeschadet erfüllen können, entscheidet sich jeden Tag aufs Neue.
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Jeden Moment kann es zu Gefechten kommen, die Soldaten müssen stets Kampfbereitschaft bewahren.
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Die Positionen der einheimischen Bevölkerung sind diffus.
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Wer ist ein Taliban? Wer nur ein Mitläufer? Wer ist den internationalen Truppen wohlgesonnen?
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Trotz des Misstrauens und ständiger Bedrohung: Bestimmte Gesten werden überall auf der Welt verstanden.
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Am Mittwoch, 16.Dezember, ereignet sich schließlich das, was die deutschen Soldaten hier schon so oft erlebt haben.
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Rund sieben Kilometer westlich des deutschen Feldlagers Kundus wird ihre Aufbauarbeit zunichte gemacht.
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Ein Bundeswehrsoldat wird beim Angriff auf eine Polizeistation schwer verletzt.
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Auch die Soldaten der deutschen Fallschirmjäger werden am 16. Dezember in ein Gefecht mit dem Feind verwickelt werden.
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Noch am Abend des 15. Dezembers vermutet das aber kaum jemand im Außenlager der Fallschirmjäger.
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Die Vorbereitungen laufen, am nächsten Morgen sollen in der Gegend Minen geräumt werden.
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Soldaten der 263. Fallschirmjägerkompanie der Isaf halten am selben Abend eine Besprechung dazu ab, wie die Minenräumaktion verlaufen soll.
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Danach gibt es Abendessen.
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...und mit eigener Beleuchtung.
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Noch in der Nacht gehen die Vorbereitungen für die Arbeiten am darauffolgenden Tag los.
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Was sie am kommenden Tag erwartet, wissen die Soldaten in diesen Minuten noch nicht.
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Auch nicht der Reuters-Fotograf Fabrizio Bensch, der die Truppen seit Tagen bei ihrer Arbeit im Distrikt begleitet.
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Im Zuge der Minenräumungsaktion geraten die Soldaten dann am Mittwoch ins Fegefeuer.
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Sie müssen ihre Arbeit abbrechen, um sich zu verteidigen.
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Der Feind ist unsichtbar, wieviele Aufständische angreifen, ist nicht bekannt.
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Es bleibt wenig Zeit, um die Kampfhandlungen zu koordienieren.
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In Deckung gehen und Opfer vermeiden, ist die Devise.
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Die Aufständischen feuern mit Panzerfäusten und Gewehren.
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Deutsche und Afghanen erwidern das Feuer, das Gefecht dauert etwa eine 45 Minuten. Die Soldaten fordern auch Luftunterstützung an.
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Ein Kampfflugzeug vom Typ F-15 überfliegt die Szene des Feuerkampfs, um die Aufständischen abzuschrecken.
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Der Pilot macht jedoch keinen Gebrauch von seinen Waffen.
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Die Bundeswehr besetzt schließlich eine strategisch wichtige Anhöhe, und das Gefecht ebbt ab.
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Sie kommen nach Chahar Dara, nahe Kundus, um Minen zu räumen.
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Rohrschneider sagte, die Lage in Kundus habe sich in den vergangenen Monaten beruhigt, sei aber "strukturell immer noch problematisch". In der Bevölkerung sei es zu einem Meinungsumschwung gekommen. "Der Glaube in weiten Bereichen der Provinz im Sommer, dass die Taliban im Winter hier alles kontrollieren, dieser Glaube existiert nicht mehr. Das ist durch die Operation der afghanischen Sicherheitskräfte und von uns verändert worden." In den kommenden Monaten rechne er dennoch mit einer Eskalation der Gewalt. "Ich vermute, dass wir im Frühjahr hier im Raum wieder auf verstärkte Aktivitäten der Taliban stoßen werden." Ein Teil der derzeitigen Ruhe sei darauf zurückzuführen, dass die Taliban sich neu organisierten.
Der Oberst sagte, der umstrittene Luftangriff vom vergangenen September, bei dem auch Zivilisten starben, "spielt für die Soldaten eine Rolle in der Frage, wie entwickelt sich das mit der Rechtssicherheit weiter. Die Soldaten wünschen sich natürlich eine möglichst eindeutige und klare Rechtslage, auf der sie agieren. Natürlich empfindet man die Tatsache, dass das eigene Handeln Bestandteil staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen wird, schon als etwas beunruhigend."
Beim Blick nach Deutschland gebe es unter den Soldaten "sicher eine gewisse Unruhe, vielleicht auch eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der Frage, wie stellt sich denn die Heimat zu dem, was wir tun", sagte der Oberst. Das hindere sie aber nicht daran, ihre Aufgabe zu erfüllen. "Die Soldaten machen hier gute Arbeit, und das wissen sie auch." Die Stimmung unter den Soldaten sei gut. (dpa)