Der Iran kann nach Einschätzung der US-Regierung innerhalb von zwölf Monaten Atomwaffen entwickeln. "Der Konsens ist, dass wenn sie sich dazu entscheiden, sie wahrscheinlich rund ein Jahr brauchen, um eine Bombe herstellen zu können". Weitere ein bis zwei Jahre würde es dauern, ein Trägersystem zu herzustellen, um die Waffe einzusetzen.
Das sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta im Interview "Face the Nation" mit dem Sender CBS. Derzeit würde der Iran keine Nuklearwaffen entwickeln. Aber sie würden an der Möglichkeit arbeiten, diese herzustellen. Der Iran habe nach Einschätzung Panettas aber noch keine Entscheidung zum Bau einer Bombe getroffen.
Bau einer Atombombe wäre nicht akzeptabel
Die internationalen wirtschaftlichen Sanktionen und das EU-Ölembargo übten den nötigen Druck auf die iranische Regierung aus, die iranische Regierung zum Umdenken zu bewegen.
Panetta betonte erneut, die USA würden es nicht zulassen, dass die iranische Regierung in den Besitz von Atomwaffen gelange. "Wenn sie fortfahren und wir Informationen erhalten, dass sie mit der Entwicklung einer Kernwaffe fortfahren, werden wir alles tun, was nötig ist, um es zu verhindern", sagte er.
Damit würde eine rote Linie überschritten. Panetta schloss auch ein militärisches Vorgehen nicht aus. "Es gibt keine Optionen, die nicht auf dem Tisch sind".
Atomenergiebehörde reist nach Teheran
Anfang 2011 waren die 16 US-Nachrichtendienste zu dem Schluss gekommen, dass die iranische Führung in der Frage der Entwicklung einer Atombombe gespaltener Meinung ist. Auch wenn sie ihr umstrittenes Atomprogramm fortführe, habe sie noch keinen Entschluss für den Bau einer Bombe getroffen, hieß es.
Am Sonntag traf eine ranghohe Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Teheran ein, um eine Reihe offener Fragen im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm zu klären. Zudem soll sie während ihres dreitägigen Besuch versuchen, die Gespräche über das Atomprogramm wieder in Gang zu bringen, die seit mehr als einem Jahr auf Eis liegen. Womöglich können die IAEA-Experten auch die neue unterirdische Urananreicherungsanlage Fordo bei der Stadt Ghom besuchen.
(fle/dpa/afp)
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