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04. Januar 2016

USA: Rechte Viehzüchter besetzen Nationalpark

 Von 
US-Flagge am Eingang des Malheur National Wildlife: Der Streit um den Zugang zu öffentlichem Land droht zu eskalieren.  Foto: rtr

Im Dunstkreis der amerikanischen Rechten besetzen Viehzüchter einen Nationalpark. Sie sehen sich als Speerspitze einer Bewegung, die gegen „die Tyrannei der US-Regierung“ kämpft.

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Erst versammelten sie sich im Städtchen Burns zu einer Solidaritätskundgebung für zwei Viehzüchter, die ins Gefängnis müssen. Dann wurde „Amazing Grace“ gesungen. Dann griffen einige Männer zu ihren Waffen, machten sich in ihren Pickups auf den Weg und besetzten die wegen der Feiertage geschlossenen Verwaltungsgebäude eines Nationalparks in der südöstlichen Ecke des US-Bundesstaates Oregon. Dort droht nun der Streit um den Zugang zu öffentlichem Land, der seit Jahrzehnten währt, vollends zu eskalieren.

Unklar ist zurzeit, wie viele Männer sich im Malheur National Wildlife Refuge verschanzt haben. Die Besetzer selbst sprachen von 150, die Polizei dagegen von bloß 15.

Die selbst ernannte Bürgerwehr beharrt zwar auf ihrer Unterstützung der zwei verurteilten Rancher, doch das Problem geht tiefer. Die Aktion wurde offenbar über mehrere Wochen vorbereitet. Die Besetzer sehen sich als Speerspitze einer Bewegung, die gegen „die Tyrannei der US-Regierung“ kämpft. Sie wollen sich das Land nehmen, das ihrer Ansicht nach dem Volk gehört und unrechtmäßig von Washington in Besitz genommen wurde.

Gerade in Oregon sind in manchen Gegenden 90 Prozent der Flächen in öffentlicher Hand. Rancher, die ihr Vieh darauf grasen lassen, müssen Gebühren bezahlen. Das ist vor allem unter weißen Rechtsextremen in den USA eine beliebte Erklärung für den bewaffneten Kampf gegen die vermeintliche Unterdrückung.

Die Besetzer des Naturparks, der seit 1908 existiert, gaben sich kämpferisch. „Wir werden nur schießen, wenn auf uns geschossen wird, aber wir werden die Verfassung verteidigen“, sagte ein Armee-Veteran. Ammon Bundy, der Anführer der Gruppe, sagte, die Besetzung werde solange dauern wie nötig – „Tage, Wochen oder sogar noch länger“.

Bundy, der aus Nevada stammt, liegt schon seit Jahren mit Washington im Streit. Sein Vater weigerte sich 2014, Gebühren für seine Herden zu bezahlen, die auf öffentlichem Land grasten. Die Regierung gab damals nach. Dieser Erfolg könnte Sohn Bundy zur Besetzung des Naturparks motiviert haben.

Bundy und seine Genossen werden aber kaum den Park halten können. Lokale Züchter distanzierten sich bereits, und auch Vater Bundy sagte, er habe mit der Sache nichts zu schaffen.

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