Köln. Der Hightech-Verband Bitkom sieht nur begrenzte technische Möglichkeiten für die geplante Sperrung von Kinderporno-Seiten. Bei technisch völlig unerfahrenen Nutzern könne dies gelingen, sagte der Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder am Mittwoch im Deutschlandfunk.
Sobald jemand aber wisse, wie er durch ein sogenanntes Peer-to-Peer-Netzwerk unmittelbar auf einen PC oder per DNS-Adresse direkt auf eine Internetseite zugreifen könne, gelinge die Sperrung nicht mehr. "Dagegen können wir letztlich nichts tun", sagte Rohleder.
Dieser Grundsatz gelte auch für die bereits praktizierte Sperrung entsprechender Internetseiten in Skandinavien und in der Schweiz. Das Bundeskabinett hat Eckpunkte zur Sperrung beschloßen. Am Nachmittag wird der Bundestag über das Thema debattieren.
Der Bitkom-Hauptgeschäftsführer begrüßte grundsätzlich die Initiative der Politik. Die Wirtschaft benötige jedoch eine klare gesetzliche Grundlage. Diese müsse auch Haftungsrisiken für die Internetanbieter ausschließen, falls durch die Sperrung einer Seite mit kinderpornografischem Inhalt auch andere Internetseiten betroffen wären. (ddp)
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