In der Plagiatsaffäre um Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) trifft die Universität Düsseldorf heute eine wichtige Vorentscheidung. Der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät berät ab dem Nachmittag darüber, ob ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels eröffnet wird.
Dies hatte die Promotionskommission nach Prüfung der aus dem Jahr 1980 stammenden Dissertation Schavans einstimmig empfohlen. Schavan will auch im Fall eines Aberkennungsverfahrens wieder für den Bundestag kandidieren.
Annette Schavan
Für Bildungsministerin Annette Schavan sind die Plagiatsvorwürfe natürlich besonders pikant. Im Mai 2012 geriet ihre Dissertation mit dem Titel "Person und Gewissen. Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit u. Erfordernissen heutiger Gewissensbildung" aus dem Jahre 1980 unter Verdacht. Im Blog schavanplag wurden bisher auf 94 Seiten der 325 Seiten starken Doktorarbeit Passagen entdeckt, die ohne Quellenangabe übernommen wurden.
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Begleitet wird die Diskussion von einem Streit unter Wissenschafts- und Hochschulorganisationen über die Korrektheit des monatelangen Prüfverfahrens der Heinrich-Heine-Universität.
Auch die Tragweite der angeblichen Zitierfehler Schavans in der vor mehr als 30 Jahren eingereichten Arbeit ist unter Wissenschaftlern umstritten. Die Plagiatsvorwürfe waren Ende April 2012 anonym auf einer Internetplattform erhoben worden. (dpa)
„Vroniplag“, wo unter anderem Plagiate in der Arbeit der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin nachwiesen wurden, legt eine Website zu Schavans vor 30 Jahren verfasster Doktorarbeit „Person und Gewissen“ an, entscheidet sich jedoch dagegen, an die Öffentlichkeit zu gehen, weil die gefundenen Textstellen dies nicht rechtfertigten.
Plagiate sind kein neues Phänomen. Thomas Mann etwa bekannte sich offen dazu, abgeschrieben zu haben. In seinen "Buddenbrooks" stirbt am Ende der junge Hanno an Typhus. Dafür bediente sich der Schriftsteller aus einem medizinischen Fachbuch. Dadurch, dass er die nüchterne Beschreibung des Krankheitsverlaufs im Kontext seines Romans wiedergibt, wirkt diese jedoch völlig anders - nämlich zutiefst schockierend
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