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Verletzte in Honduras: Michelettis Wutausbruch

Die Vermittlungen in Honduras enden vorerst in einem Wutausbruch und der Ablehnung der wichtigsten Ziele der auswärtigen Vermittler. Zwei Verletzte gibt es bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Anhängern des gestürzten Präsidenten. Von Klaus Ehringfeld

Es hatte alles vielversprechend begonnen. Kurz nach Mittag saßen die Vertreter der honduranischen Konfliktparteien am Mittwoch erstmals im eigenen Land gemeinsam an einem Tisch. Doch kaum sechs Stunden später war es Putschpräsident Roberto Micheletti, der das Fünkchen Hoffnung auf ein rasches Ende der Krise mit einem Wutausbruch erstickte.

"Weder kennen Sie die ganze Wahrheit noch interessieren Sie sich dafür", hielt er der von OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza geleiteten Vermittlerdelegation aus Außenministern und hochrangigen Diplomaten entgegen. "Sie haben uns verurteilt, ohne uns zuzuhören", polterte Micheletti. "Wir haben alles Mögliche versucht, den Frieden in Honduras aufrechtzuerhalten." Und dann wischte er mit einem Satz zwei der wichtigsten Anliegen der Vermittlungsgespräche vom Tisch: "Eine Amnestie ist gegen die Verfassung und wird es daher nicht geben. Und nur eine Invasion kann die Wahlen vom 29. November stoppen."

Unversöhnliche Lager

So stehen die Unterredungen unter Führung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) schon zu Beginn vor dem Scheitern. Dabei wollten die Vermittler binnen weniger Tage die magische Formel finden, mit der Honduras zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückkehren kann.

Die Aufgabe könnte kaum schwerer sein: Das Lager des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya und das der Umstürzler um Micheletti stehen sich an den entscheidenden Punkten unversöhnlich gegenüber. Hauptstreitpunkt bleibt die Wiedereinsetzung Zelayas ins Amt. Die ist nach den Worten von OAS-Generalsekretär Insulza nicht verhandelbar. Zelaya verlangt seine Wiedereinsetzung bis spätestens 15. Oktober; andernfalls will er die Wahl am 29. November nicht anerkennen.

Am Abend kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern Zelayas. Nach Krankenhausangaben wurden mindestens zwei Menschen verletzt. Die Polizisten gingen mit Schlagstöcken, Tränengas und Gummigeschossen gegen mehrere hundert Anhänger des gestürzten Präsidenten vor. Sie forderten Michelettis Rücktritt und riefen "Helft uns, OAS!"

Autor:  Klaus Ehringfeld
Datum:  8 | 10 | 2009
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