Catherine Ashton hatten die wenigsten auf dem Schirm, die über die Besetzung der Brüsseler Top-Posten spekulierten. Die 53-jährige Britin, Mitglied der Labour Party, hat keine außenpolitische Erfahrung - aber ihre Partei hält sie für lernfähig. Und es ist nicht das erste Mal, dass die Baroness Ashton of Upholland, wie ihr voller Titel lautet, das unter Beweis stellen muss. Schon ihren Aufstieg zur EU-Handelskommissarin vor rund einem Jahr hatte kaum jemand erwartet.
In der Handelspolitik hatte Ashton wenig Erfahrung. Als Repräsentantin der Regierung im Oberhaus, dessen Mitglied auf Lebenszeit sie 1999 wurde, zeigte sie Verhandlungsgeschick: Unter anderem setzte sie ein Votum für den Lissabonner EU-Vertrag durch. Ihre berufliche Karriere hatte Ashton, die in London Wirtschaftswissenschaften studierte, in der Gesundheitsbehörde in Hertfordshire gestartet.
Vor einem Jahr, als die EU-Abgeordneten die angehende Handelskommissarin kritisch unter die Lupe nahmen, waren sie schnell angetan von ihr. Sie würdigten ihr "Feingefühl", das sie, wie es damals in den Fluren des Parlaments hieß, zu einer hervorragenden Verhandlungsführerin werden lasse. In ihrer kurzen Zeit als Kommissarin fiel sie dann allerdings kaum auf. Als "Außenministerin" der EU wird ihr Verhandlungsgeschick rasch auf die Probe gestellt werden.
Catherine Ashton lebt mit ihrem Mann sowie zwei eigenen und drei Stiefkindern in St. Albans, rund 30 Kilometer nördlich von London. Geboren wurde sie in der englischen Grafschaft Lancashire.
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