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26. August 2013

Völkermord an Aleviten: Das Massaker von Dersim

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In dem Grabmal aus weißem Marmor liegen die Knochen der 70 ermordeten Dorfbewohner von Pinar. Yasar Kaya (45) und Metin Celik (51) auf den Spuren der Vergangenheit.  Foto: Frank Nordhausen

Vor 75 Jahren ermordete die türkische Armee 60.000 Aleviten. Der Völkermord an der türkischen Minderkeit wurde jahrelang als Tabuthema behandelt, die Vergangenheit lange Zeit nicht aufgearbeitet. Yasar Kayar kämpft gegen das Schweigen.

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Vor 75 Jahren ermordete die türkische Armee 60.000 Aleviten. Der Völkermord an der türkischen Minderkeit wurde jahrelang als Tabuthema behandelt, die Vergangenheit lange Zeit nicht aufgearbeitet. Yasar Kayar kämpft gegen das Schweigen.

TUNCELI. –  

Ein sanftes Tal voller Gras und Disteln, alten Eichen und Olivenbäumen, ein ausgetrockneter Bach. Der Berglandschaft nahe dem Dorf Pinar in Ostanatolien sieht man die Tragödie nicht an. „Drei Säcke mit menschlichen Knochen haben wir 1980 hier geborgen. Auch Frauenhaar. Alles lag noch da“, sagt Metin Celik, ein kräftiger Mann mit weißem Bart. Er stimmt leise ein Trauerlied an. Neben dem 51-Jährigen steht der sechs Jahre jüngere Yasar Kaya. Der hochgewachsene Mann blickt auf die Furche im Boden und sagt dann in fließendem Deutsch: „Sie nennen es Dere Mayutu, Leichenbach.“

Es war an einem Sommertag vor 75 Jahren, als türkische Soldaten in der Morgendämmerung kamen, siebzig Dorfbewohner fesselten und zum Bach führten, wo drei Maschinengewehre aufgebaut waren. „Den Großvater und sechs weitere Angehörige habe ich an diesem Tag verloren“, sagt Kaya. „Nur mein Vater und meine beiden Onkel überlebten.“ Kaya zeigt auf ein Gehölz am Hang, 150 Meter entfernt. „Dort haben sie sich versteckt und alles beobachtet. Ein Mädchen wurde vor seiner Erschießung noch vergewaltigt – als Jungfrau wäre sie ins Paradies gekommen.“

Zeitzeugen: Süleyman Aglar (81) und Schwägerin Hediya Aglar (84).
Zeitzeugen: Süleyman Aglar (81) und Schwägerin Hediya Aglar (84).
 Foto: Frank Nordhausen

15 Prozent der Türken sind Aleviten

Im August 1938 fanden in der unzugänglichen ostanatolischen Provinz Dersim, die heute Tunceli heißt, Dutzende weitere Massaker an der alevitischen Minderheit statt. Rund 60.000 Aleviten starben, Tausende wurden deportiert oder vertrieben. Eines der Flugzeuge, die die Dörfer damals bombardierten, steuerte die Adoptivtochter des Staatspräsidenten Mustafa Kemal Atatürk, Sabiha Gökçen, nach der in der Türkei unzählige Straßen und einer der beiden Istanbuler Großflughäfen benannt sind.

Die Aufklärer am Schauplatz des Massakers an ihren Vorfahren.
Die Aufklärer am Schauplatz des Massakers an ihren Vorfahren.
 Foto: Frank Nordhausen

„Alles ist noch so nah“, sagt Yasar Kaya, „denn die Türkei stellt sich ihrer Vergangenheit nicht. Nicht dem Genozid an den Armeniern und auch nicht wirklich dem Verbrechen von Dersim.“ Die beiden Männer laufen einen Hügel hinauf zum alten Dorffriedhof. In einem Grabmal aus weißem Marmor haben sie die Knochen der siebzig Opfer beerdigt. Aleviten bekennen sich zum Islam, richten ihre Gräber aber nach Osten zur Sonne aus, nicht nach Mekka. Sie beten nicht in Moscheen, sondern in schlichten Häusern, fasten nicht und pilgern nicht nach Mekka. Ihre Gebetsorte werden in der Türkei bis jetzt nicht als Gotteshäuser anerkannt. Zum alevitischen Glauben bekennen sich etwa 15 Prozent der 75 Millionen Türken. Jahrhundertelang wurden sie als Häretiker verfolgt; die Provinz Dersim war für sie wie eine natürliche Bergfestung.

Kaya und sein Freund Metin Celik sind Aleviten wie ihre Väter und Vorväter. Nach vielen Jahren sind sie zurückgekommen nach Pinar, wo Kaya das alte Familienhaus für die Ferien restauriert. Wo einst das Dorf war, stehen heute nur noch Ruinen, denn es wurde 1994 noch ein zweites Mal vom Militär verwüstet, beim Kampf gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK. Diesmal wurden die Einwohner nicht umgebracht, aber alle mussten Pinar verlassen. Vor 17 Jahren hat Yasar Kaya mit seinem Onkel über die Vergangenheit gesprochen. „Ich hatte Angst davor, denn er war eine Respektsperson, streng und wortkarg. Aber er antwortete ganz offen. Er weinte, und ich konnte in seinen Augen sehen, dass er sein ganzes Leben darunter gelitten hatte.“

Kaum historische Forschung zum Völkermord


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In Kayas Jugend galt die Tragödie seines Volkes als ein Tabu, über das man nicht sprach. „Es war üblich, sich als Kurde zu fühlen, obwohl wir Aleviten aus Dersim eine eigene Ethnie darstellen und sogar eine eigene Sprache haben“, sagt Kaya. Als erklärte Linke waren er und sein Freund Celik in der Region nicht mehr sicher. Während Celik sich Anfang der 1990er Jahre nach Istanbul absetzte und Musiker wurde, beantragte Kaya 1997 Asyl in Köln. Er studierte Sozialpädagogik, nahm die deutsche Staatsangehörigkeit an und arbeitet seither als Familienhelfer. „Ich sah, wie die Deutschen ihre dunkle Vergangenheit aufarbeiteten und sich bei den Opfern entschuldigten. Warum sollte das nicht auch in der Türkei möglich sein, dachte ich.“

Als Yasar Kaya später noch einmal mit dem Onkel reden wollte, war dieser tot. Als er dann andere Überlebende suchte, sagten die Leute: „Wärst du nur fünf Jahre eher gekommen.“ Das war der Moment, sagt Yasar Kaya, in dem er seine Lebensaufgabe fand. „Mir wurde klar, wenn wir nicht sofort anfangen, unsere Geschichte aufzuschreiben, tut es niemand mehr, weil alle Zeitzeugen tot sind.“ Aber Kaya stellte fest, dass es kaum historische Forschung zum Völkermord an den Aleviten gab. Die türkischen Archive waren unzugänglich oder gesäubert. Bis heute widmet sich keine Universität der Türkei dem Thema.

Die Dersimer nennen die Massaker Tertele, Vernichtung. Sie messen ihnen eine ähnliche Bedeutung zu wie die benachbarten Armenier dem Völkermord von 1915 im Osmanischen Reich. Es gibt in der Region wohl keine Familie, die nicht unter Mord oder Deportation gelitten hat.

Dersim, sagt Yasar Kaya, sei ein einziger großer Friedhof. Bei der Fahrt von Pinar zur 20 Kilometer entfernten Provinzhauptstadt Dersim hält er über einer Schleife des Munzur-Flusses, die das vieltausendfach fotografierte Wahrzeichen der Region ist. „Hier spült Regen immer wieder die Knochen von Aleviten frei, die damals in die Schlucht gestürzt wurden.“

Mitte der 2000er Jahre gelang es Kaya, die Föderation der Dersim-Gemeinden in Deutschland, der weltweit größten Diaspora-Gemeinde mit fast 200 000 Mitgliedern, von seiner Idee eines „Oral-History-Projektes Dersim 1937-38“ zu überzeugen. Mit zehn freiwilligen Mitarbeitern sowie der ideellen Unterstützung der amerikanischen Shoa Foundation konnten seit 2009 etwa 350 Überlebende des Ethnozids in Westeuropa und der Türkei befragt werden. „Wir hatten anfangs kaum Geld, und es war ein Wettlauf gegen die Zeit“, erinnert sich Kaya. „Viele Zeitzeugen waren krank, und noch immer haben die meisten Angst zu sprechen.“ Die meisten Interviews führte ein alevitischer Filmemacher aus Istanbul, mehr als dreißig Gespräche hat Kaya selbst mit den inzwischen 80- oder 90-jährigen Zeitzeugen aufgezeichnet.

„Wir alle hatten Angst“

Dies war auch möglich, weil sich in der Türkei etwas geändert hatte. Das dunkle Kapitel der türkischen Geschichte war 2009 plötzlich Tagesthema geworden, da Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan erstmals öffentlich von einem „Massaker in Tunceli“ sprach. Als ein Abgeordneter der kemalistischen Republikanischen Volkspartei CHP aus Dersim 2011 in einem Buch erstmals Verwaltungsdokumente zum Ethnozid publizierte und auch die Mittäterschaft des Republikgründers Mustafa Kemal Atatürks problematisierte, kam es zu einem epochalen Augenblick: Erdogan entschuldigte sich vor dem Parlament bei den Aleviten. Selbst wenn der Premier damit vor allem die Atatürk-Partei CHP diskreditieren wollte, so sei doch eine Tür geöffnet worden, sagt Kaya. „Wir forderten von der Regierung ein Dokumentationszentrum des Völkermords in Dersim, Denkmäler, Gedenktage, Änderungen der Schulbücher, Entschädigungen. Der Vizepremier Bülent Arinc sagte zu uns, die Regierung wolle Frieden mit den Aleviten – aber es kam nichts Konkretes. Im Parlament wurde zwar eine Kommission gegründet, die aber keine Ergebnisse vorlegt.“

„Wir alle hatten Angst“, sagt der 81-jährige Süleyman Aglar im Schatten eines Apfelbaums in seinem Obstgarten. Der alte Mann mit dem grauen Schnurrbart ist einer der Zeitzeugen von Yasar Kayas Geschichtsprojekt, er verbringt den Sommer in dem kleinen Dorf Halvori, hat das zerstörte Haus der Familie wieder aufgebaut. Auch Aglar lebt seit vielen Jahren in Deutschland, wo er bis zur Rente Vertrauensmann der IG Metall bei Opel in Rüsselsheim war. Acht Kinder hat er, die alle in Deutschland sind. Eine Enkelin serviert starken Tee.

Der alte Mann erzählt vom Sommer 1937 als die türkische Soldaten erstmals im Dorf erschienen und alle Familien aufforderten, ihre Waffen abzugeben. Süleyman Aglar war damals sieben Jahre alt und der Jüngste von vier Brüdern und drei Schwestern. Wenig später kamen die Soldaten wieder, nahmen elf Männer aus dem Dorf mit, darunter auch zwei seiner Brüder. Wegen angeblicher Beteiligung am Aufstand des alevitischen Nationalhelden Seyid Rizas wurden sie zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. „Das war Unsinn, sie haben nichts getan“, sagt Süleyman Aglar. Ein Jahr später schlug wieder eine Kompanie des Heeres ihre Zelte in der Region auf. Der Dorfvorsteher in Halvori berief eine Versammlung ein und erklärte, alle müssten am nächsten Tag ihre Wertsachen packen, das Dorf werde geräumt. Solche Evakuierungen hatte es schon früher in der Gegend gegeben.

Früh am nächsten Morgen waren Süleyman, seine Mutter, die Schwestern und einige andere Angehörige noch auf der Hochweide, rund zwei Wegstunden entfernt vom Dorf entfernt, um die Tiere zusammenzutreiben. Plötzlich sahen sie Rauch aufsteigen. Halvori brannte. Die Erwachsenen beschlossen, in einer nahen Höhle zu übernachten.

Nicht passend zum republikanischen Einheitsstaat

Am nächsten Tag fanden sie auf der Hochweide die schwer verletzte Ehefrau eines Cousins, die ihnen berichtete, dass ein türkischer Offizier am Morgen nach Halvori kam und den versammelten Bewohnern erklärte, sie würden nach Anatolien in ein neues Dorf umgesiedelt, bekämen neue Häuser und gut zu essen. Sie marschierten sofort los. Nach einer Weile befahl ihnen der Offizier, eine Pause auf einem Feld einzulegen. Plötzlich wurden sie von Soldaten umstellt, die auf sie schossen, mit ihren Bajonetten auf Frauen, Männer und Kinder einstachen und ihre Körper anschließend in eine tiefe Schlucht des Munzur-Flusses warfen.

Doch vier Menschen überlebten, darunter Bese, die ohnmächtig war, unter einem Leichenberg wieder zur Besinnung kam und sich blutend davonschleppte. „Mindestens hundert Kleinkinder und Babies haben sie ermordet. Es waren exakt 486 Tote“, ergänzt Hediya Aglar, eine Schwägerin Süleymans, die damals zehn Jahre alt war.
Sie erzählt, wie ihre kleine Gruppe aus Angst einen Monat in der Höhle verbrachte, bis sie es wagten, wieder ins Tal zu gehen. Sie erfuhren, dass das Töten aufgehört hatte und konnten in einem anderen Dorf unterkommen. Nach Halvori durften sie erst 1947 zurückkehren. Das Dorf hieß jetzt Karsilar – „die dagegen sind“.

Einen Tag, nachdem die Mörder ihr grausiges Werk in Halvori verrichtet hatten, kamen sie nach Pinar, das Dorf von Yasar Kayas Familie.

Kaya hat viele Informationen über die Massaker zusammengetragen. Er hat „verschollene Töchter“ aufgespürt, die damals zu Hunderten verschleppt und unter geändertem Namen in türkisch-sunnitischen Familien aufgezogen wurden. Er hörte von Menschen, die in Heuschuppen lebendig verbrannt wurden. Zwei türkische Soldaten, die damals noch halbe Kinder waren, bestätigten vor der Kamera , dass sie Unschuldige mit Bajonetten töten mussten und die Leichen anschließend verbrannten. Wie viele Menschen genau den Massakern zum Opfer fielen, ist noch ungeklärt. Der Staatspräsident Mustafa Kemal Atatürk hatte Dersim wegen der widerspenstigen Aleviten 1936 zum wichtigsten innenpolitischen Problem erklärt: „Um diese Wunde, diesen furchtbaren Eiter in unserem Innern samt der Wurzel anzupacken und zu säubern, müssen wir alles unternehmen – egal was es kostet.“

Obwohl ihn die Aleviten als Befreier vom osmanischen Joch verehrten, missfielen Atatürk die feudalen Clanverbände ebenso wie die ethnisch-religiösen Besonderheiten der alevitischen Minderheit, denn sie passten nicht zu zum proklamierten republikanischen Einheitsstaat sunnitischer Prägung. Dersim sollte zwangstürkisiert werden.

Als Gerüchte über einen bevorstehenden Aufstand der Stämme aufkamen, fasste der türkische Ministerrat am 4. Mai 1937 den Beschluss zur Durchführung der Operation „Züchtigung und Deportation“. Die Provinz wurde nach dem Codewort der Vernichtungsoperation Tunceli (eiserne Hand) umbenannt, alle Städte, Dörfer und selbst die Menschen bekamen türkische Namen.

Ein säkularer, links-rebellischer Ausnahmeort

Vierzig Jahre später kehrte das Grauen zurück nach Dersim, als türkische Soldaten im Kampf gegen die PKK erneut zahlreiche Dörfer niederbrannten und wieder Menschen verschwanden. „Damals gingen auch die Letzten, die noch Verstand hatten“, sagt der Zeitzeuge Süleyman Aglar. Es gebe wenig Hoffnung, dass sich die Dörfer wieder füllten, meint er. „Meine Enkel kommen hierher mal in den Ferien, aber sie sind viel zu gut integriert in Deutschland.“

Noch heute ist die Region Tunceli besetztes Land, mit militärischen Checkpoints an den Zugängen und an wichtigen Straßen. Staatliche Einrichtungen und Kasernen sind nach dem berüchtigten Kommandanten General Abdullah Alpdogan benannt, der die Massaker befehligte. „Die Politik Atatürks geht weiter bis heute“, sagt Yasar Kaya. „Die Aleviten werden zur Minderheit im eigenen Land gemacht. Unsere Umwelt wird zerstört, unsere heiligen Flüsse werden durch Staudämme entweiht.“

Aber Dersim ist auch ein säkularer, links-rebellischer Ausnahmeort mitten im frommen Ostanatolien. Frauen, die hier Kopftuch tragen, sind zugereiste türkische Studentinnen oder Ehefrauen von türkischen Beamten; Alevitinnen tragen ihr Haar offen. Anders als in den meisten ostanatolischen Städten gibt es zahlreiche Bierstuben, und auch im Fastenmonat Ramadan sind die Restaurants mittags gut besucht. Im Sommer, zum jährlichen Munzur-Kulturfestival, ist die Provinz voller alevitischer Familien mit ihren Kindern, die aus Deutschland, der Schweiz, aus den Niederlanden oder Norwegen anreisen.

Die Kurdenpartei BDP stellt in der gleichnamigen Provinzhauptstadt mit Edibe Sahin seit 2009 die Bürgermeisterin, eine von zwei weiblichen Oberhäuptern türkischer Provinzhauptstädte. Die Abwanderung sei ein enormes Problem, sagt die schlanke 53-Jährige. „Die Leute aus dem Ausland bauen Häuser, aber sie wohnen nicht darin.“ Die Provinz leide noch immer unter der Vertreibungspolitik, durch die sie nach 1980 die Hälfte ihrer Einwohner eingebüßt habe. Auch Sahins alevitische Familie musste das Gebiet verlassen, die Bürgermeisterin kehrte aus Istanbul zurück.

Edibe Sahin unterstützt Yasar Kayas Idee eines Dokumentationszentrums in Dersim für die Massaker, die sie „Völkermord“ nennt. Doch der von Ankara eingesetzte Gouverneur blockiere das Vorhaben. „Man will keine Aufarbeitung, sondern tut alles, um die Spuren der Vergangenheit verschwinden zu lassen.“ Sie kämpft dagegen an. Im Sommer 2010 ließ sie eine große Seyid Riza-Statue für den alevitischen Volkshelden in der Altstadt errichten.

Yasar Kaya überlegt inzwischen, mit einem Internetauftritt seines Oral History-Projektes einen ersten Schritt für ein Dokumentationszentrum zu machen, nach dem Vorbild der Webseite des Genozidmuseums im armenischen Jerewan. Die Zeit und die allgemeinen Umstände seien günstig, sagt Yasar Kaya. Außerdem sei er jetzt auch „Ausländer“ und könne sich deshalb freier äußern als die Angehörigen von Minderheiten in der Türkei. „Aber wäre ich nicht nach Deutschland gegangen, wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen, die Geschichte aufzuarbeiten.“

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