Deutschland ist Europas Schlusslicht in Sachen Nachwuchs. In keinem anderen EU- Land wurden vergangenes Jahr so wenige Kinder pro 1000 Einwohner geboren, und nirgendwo sonst lag die Zahl der Geburten 2008 unter der des Vorjahres und so weit unter der der Sterbefälle.
Keine Frage, die Geburtenbilanz, die das EU-Statistikamt Eurostat jetzt vorgelegt hat, lässt die deutsche Familienpolitik ziemlich alt aussehen. Entsprechend dünnhäutig reagierte die zuständige Ministerin auf die Zahlen.
Die Daten von Eurostaat seien falsch und veraltet, ließ Ursula von der Leyen Einspruch gegen den wenig erbaulichen EU-Befund einlegten. Entgegen der Behauptung der EU-Statistiker sei die Zahl der Geburten in Deutschland 2008 allenfalls minimal gesunken. Die Geburtenrate sei mit 8,3 Neugeborenen pro tausend Einwohner sogar stabil geblieben.
Stimmt. Nur ist es ein bizarrer Streit um Promille hinter dem Komma, der da zwischen Berlin und Brüssel ausgetragen wird. Es geht exakt um 7000 Neugeborene, die die deutschen Statistiker anhand aktuellerer Daten jüngst ermittelt haben, und die den europäischen Kollegen noch fehlen.
Statt 682.000 Geburten verzeichnet Eurostat nur 675.000. Am alarmierenden Befund aber ändert der Zahlen-Zwist nichts. Auch nach den statistischen Korrekturen des Familienministeriums bleibt Deutschland mit einer Geburtenrate von 8,3 Europa-Letzter, abgeschlagen selbst hinter den anderen Schlusslichtern Österreich (9,3) Italien (9,6) und Portugal (9,8). Zum Vergleich: Beim Spitzenreiter Irland kamen 2008 17 Neugeborene auf 1000 Einwohner, in Frankreich 13.
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
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