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18. Dezember 2012

Waffen-Debatte nach Newtown: Warum auch Frauen sich bewaffnen

Waffen sind in den USA keineswegs nur Männersache.  Foto: dapd

Fast ein Viertel der Waffenbesitzer in den USA sind weiblich, immer mehr Frauen besuchen Schießkurse und bringen ihren Kindern den Umgang mit einer Waffe bei. Die Journalistin Caitlin Kelly räumt mit einem Klischee auf.

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Die New Yorker Journalistin Caitlin Kelly veröffentlichte 2004 das Buch „Blown Away“. Darin beschreibt sie das Verhältnis amerikanischer Frauen zu Waffen.

Frau Kelly, waren Sie überrascht, dass Nancy Lanza, eine gewöhnliche Hausfrau und Mutter des Amokläufers, eine umfangreiche Sammlung an schweren Waffen zu Hause hatte?

Nein, im Gegenteil. Nancy Lanza ist keine Ausnahme. 23 Prozent der Waffenbesitzer in den USA sind Frauen. Die Zahlen steigen stetig.

Woran liegt das?

Die Waffenindustrie umwirbt Frauen teilweise sehr aggressiv, die Hersteller suchen nach neuen Zielgruppen. Die National Rifle Association bietet gezielt Schießkurse und Jagdcamps für Frauen an. Und es gibt immer mehr alleinerziehende Mütter.

Und die wollen ihre Kinder mit Waffen beschützen?

Sie übernehmen einfach das traditionelle Verhaltensmuster von Haushaltsvorständen. Dazu gehört in vielen Regionen der USA einfach, Waffen zu Hause zu haben und den Kindern Schießen beizubringen, so wie Nancy Lanza das getan hat.

Warum sind dann jetzt so viele Menschen schockiert, dass Nancy Lanza so viele Waffen hatte?

Das ist der reine Sexismus. Es wird immer noch angenommen, dass Frauen Waffen nicht mögen und mit Waffen nicht umgehen können.

Und das stimmt nicht?

Im Gegenteil. Ich habe bei der Recherche für mein Buch festgestellt, dass Frauen mit Waffen viel besser umgehen können als Männer. Sie sind kühler, vernünftiger, sie müssen durch den Waffengebrauch nicht irgendetwas beweisen.

Fühlen sich Männer von Frauen mit Waffen besonders bedroht?

Mit Sicherheit. Man versucht das dann oft dadurch zu entschärfen, dass man Frauen mit Waffen sexualisiert.

Ist der Waffenbesitz für Frauen auch ein Symbol der Emanzipation?

Sicher sind Waffen für Frauen wie Nancy Lanza eine Art Rückversicherung, dass sie im Zweifel auch ohne Mann durch das Leben kommen. Das sind die Einstellungen mit denen man sich auseinandersetzen muss, wenn man das Waffenproblem in den USA in den Griff bekommen möchte.

Das Gespräch führte Sebastian Moll.

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