Völlig offen ist, wie die Landtagswahl im Saarland ausgeht. Sicher erscheint nur eines: Die CDU von Ministerpräsident Peter Müller wird die absolute Mehrheit verlieren, mit der sie seit zehn Jahren regiert. Die beiden aktuellen Umfragen sehen die Union, die bei der letzten Wahl 47,5 Prozent holte, nur noch bei 36, respektive 38 Prozent. Müller würde gerne mit der FDP regieren, doch das wird knapp: Sie liegt bei neun Prozent.
Ein Patt zwischen CDU/FDP sowie SPD/Linke/Grüne ermittelten die Meinungsforscher von Infratest Dimap. Beide "Lager" kämen demzufolge auf 47 Prozent. Laut der Forschungsgruppe Wahlen sind die Aussichten für Schwarz-Gelb schlechter. Hier erhielt die CDU 36 Prozent, die FDP kam auf neun, das ergibt zusammen 45. Die SPD erreichte 26, die Linke 16 und die Grünen sechs Prozent - addiert 48.
Den Grünen könnte also die Rolle des Ministerpräsidenten-Machers zukommen - wenn sie die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. Das dürfte eine Zitterpartie werden, denn viele Wähler sind noch unentschieden.
Kippen die Grünen aus dem Landtag, läge Schwarz-Gelb nach den jüngsten Zahlen klar vor Rot-Rot. Kommen sie rein, geht der Koalitionspoker erst richtig los. Denn die Ökopartei hält sich alle Varianten offen. Offiziell strebt sie eine Ampelkoalition an. Nur: Die gilt als völlig unrealistisch.
Doch die Grünen schließen weder ein rot-rot-grünes Bündnis noch eine schwarz-gelb-grüne Jamaika-Koalition aus, mit der sie Müller das Amt retten würden.
Die Variante große Koalition wäre ebenfalls denkbar. Sie gilt aber wegen der heftigen Kontroversen zwischen CDU und SPD am Ende des Wahlkampfs als eher unwahrscheinlich. jw
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