Die afghanische Wahlbehörde hat die Vereinten Nationen (UN) aufgefordert, die Betrugsvorwürfe zügig aufzuklären. Sollte eine Stichwahl zwischen Amtsinhaber Hamid Karsai und Herausforderer Abdullah Abdullah nötig sein, müsse bevor der Winter hereinbreche, also noch im Oktober abgestimmt werden, sagte der Wahlleiter. Ein UN-Sprecher zeigte sich zuversichtlich, die Überprüfung bald abzuschließen. Die eventuell nötigen Wahlunterlagen würden bereits gedruckt.
"Ausgehend von den Klimabedingungen in Afghanistan müssten wir die Stichwahl spätestens in der dritten Oktoberwoche ansetzen, denn sonst ist es für uns nicht mehr möglich, die zweite Runde noch in diesem Jahr stattfinden zu lassen", warnte der Wahlleiter. Die Beschwerdekommission der UN müsse ihre Arbeit beschleunigen. Sie solle nicht alle verdächtigen Wahlurnen neu auszählen, sondern lediglich eine Stichprobe von etwa zehn Prozent überprüfen.
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Nach afghanischen Angaben hat Karsai die Wahl bereits im ersten Anlauf mit 54,6 Prozent gewonnen. Die unabhängige Wahlkommission der UN stellte aber "klare und überzeugende Beweise für Betrug" fest. Deshalb zählt sie nun die Stimmen aus mehr als zehn Prozent der Wahllokale neu aus. Sollte Karsai dabei unter 50 Prozent rutschen, wäre eine Stichwahl nötig.
Die zunehmenden Zweifel an dem Wahlergebnis bringen US-Präsident Barack Obama und seine Verbündeten wie Deutschland in Bedrängnis, die sich von der Wahl eigentlich eine Stabilisierung der zuletzt prekären Sicherheitslage erhofft hatten. (rtr)
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
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