Alles war ja auf ihn zugeschnitten: Die programmatische, inhaltsleere Kampagne seiner Likud-Partei hatte außer dem Slogan „ein starker Premier“ nichts zu bieten. Zu sozialen Fragen sagte Netanjahu wenig, umso ausgiebiger appellierte er an die Gefühlswelt der Nationalrechten. Sein Tunnelblick war allein auf die Siedlerlobby fixiert. So als ob in Israel eine politische Mitte gar nicht mehr existiert und man die Proteste gegen zu hohe Lebenskosten und ungleiche Lastenverteilung beim Wehrdienst vergessen könne. Das hat ihn eine Menge Stimmen gekostet.
Die national-religiösen Eiferer vermochte Netanjahu nicht einzufangen. Die bevorzugten die Ultrarechten um Naftali Bennett, der ohne Wenn und Aber einen Palästinenser-Staat ablehnt. Und die erschrockenen Bürger im Zentrum votierten bei derart nationalistischen Tönen lieber für einen, der schon früher im Fernsehen vernünftig und moderat klang, jedenfalls nie radikal: den Ex-Moderator Jair Lapid. Er ist der eigentliche Sieger dieser Wahl. Ob der politische Newcomer die Zukunft verkörpert, wie seine Partei verheißt, muss sich zeigen. Netanjahu wird sich nicht länger erlauben können, die Meinung der Welt zu seinem ungehemmten Siedlungsbau auf besetztem Land zu ignorieren. Zumindest das gehört der Vergangenheit an.
Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.