Al-Kaida ist seit Jahren so etwas wie ein Franchise-Unternehmen: Jeder kann sich ihm anschließen, wenn er nur irgendwo eine Bombe legt. Fast jeder, der nach Pakistan oder Afghanistan reist, erhält Ausbildungsangebote von Al-Kaida-Verbündeten.
Osama-Verehrer in Pakistan: Nachwuchs-Dschihadisten gibt es zur Genüge. (Archiv-Aufnahme)
Foto: Getty Images
Osama-Verehrer in Pakistan: Nachwuchs-Dschihadisten gibt es zur Genüge. (Archiv-Aufnahme)
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Während die Menge in New York noch begeistert ist und der Jubel durch die Regierungsflure westlicher Länder zieht, macht man sich in den Hauptstädten rund um den Globus bereits darauf gefasst, welche Auswirkungen die Tötung des weltweiten Feindes Nummer Eins – Osama bin Laden – haben könnte.
Hunderte einsatzbereiter Möchtegern-Dschihadisten werden heute trauern und schwören, dass sie ihr Leben geben werden, um Osama Bin Laden zu rächen, der bei einem gemeinsamen Einsatz von Spezialkräften aus den USA und aus Pakistan in der pakistanischen Stadt Abbottabad getötet wurde.
Zur Person
Ahmed Rashid, 1948 geborener pakistanischer Autor, gilt als einer der besten Kenner der Terroristen-Szene in Pakistan und Afghanistan.
Auf Deutsch erschien zuletzt von ihm das im Jahr 2000 veröffentlichte Buch „Sturz ins Chaos. Afghanistan, Pakistan und die Rückkehr der Taliban“. Es war fünf Wochen lang auf der Bestsellerliste der New York Times und wurde nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 1,5 Millionen Mal verkauft.
Es gibt wenig Zweifel daran, dass der Tod von Bin Laden ein gewaltiger Schlag gegen das Terroristen-Netzwerk ist. Doch Al-Kaida hat sich mit den Jahren von einer außerordentlich zentralisierten Hierarchie, in der es zu Rekrutierung, Ausbildung und Befehlsausführung nur nach Anordnung der Chefetage kam, zu einer viel loseren und amorphen Organisation entwickelt.
Heute lautet die Philosophie von Al-Kaida: ein Mann, eine Bombe. In anderen Worten: Es braucht keinen zweiten 11. September, um ein Zeichen zu setzen. Eine Bombe auf dem Times Square in New York, gezündet von einem engagierten Selbstmordattentäter, oder eine Bombe in der New Yorker U-Bahn – Anschlagsversuche dieser Art gab es im vergangenen Jahr – sind ausreichende Indikatoren dafür, dass Al-Kaida gesund und munter ist.
Al-Kaida ist seit Jahren so etwas wie ein Franchise-Unternehmen. Jeder kann sich ihm anschließen, wenn er nur irgendwo eine Bombe legt. Fast jeder, der nach Pakistan oder Afghanistan reisen kann, wird Ausbildungsangebote von wichtigen Al-Kaida-Verbündeten wie den pakistanischen Taliban oder jener afghanischer Gruppe erhalten, die von Jalaluddin Haqqani angeführt wird.
Al-Kaida hat viele Filialen
In Pakistans Städten ist dafür maßgeblich Lashkar-e-Taiba verantwortlich – eine Gruppe, die vormals in Kaschmir gekämpft hat, aber mittlerweile viele unterschiedliche Ziele angreift und Al-Kaida unterstützt. Nach dem 11. September half die Gruppe, vielen hochrangigen Al-Kaida-Mitgliedern Unterschlupf in pakistanischen Städten zu geben. Und es kann durchaus sein, dass sie auch Bin Laden geholfen hat, sich zu verstecken.
Pakistan hat sich geweigert, gegen Al-Kaida-Verbündete wie Haqqani vorzugehen, weil diese in Afghanistan angreifen, nicht aber in Pakistan. Zugleich stehen Gruppen wie Lashkar-e-Taiba den Geheimdiensten nahe, weil ihre Hauptziele Kaschmir und Indien sind.
Eine Bedrohung gibt es also. Vor dem 11. September gab es keine bekannten Al-Kaida-Zellen in Europa – abgesehen von der Hamburger Zelle, die die Angriffe mit den Flugzeugen startete. Heute aber hat jedes einzelne europäische Land eine Al-Kaida-Zelle. Hunderte von Muslimen mit Reisepässen europäischer Staaten waren in Ausbildungscamps in den pakistanischen Stammesgebieten und sind nach Europa zurückgekehrt.
Nach der Verhaftung von drei Marokkanern in Deutschland, die verdächtigt werden, Bombenanschläge geplant zu haben, räumten die deutschen Behörden ein, dass mehr als 200 deutsche Staatsangehörige in Ausbildungslagern in den Stammesgebieten waren und viele davon inzwischen wieder in Deutschland sind. Ähnlich sieht es aus in Großbritannien, Skandinavien, Frankreich, Spanien und Italien.
Die schlimmsten Attentate der Al-Kaida
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Die schlimmsten Attentate der Al-Kaida
7. August 1998: Bei fast zeitgleichen Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) sterben 230 Menschen. Mehr als 5000 Menschen wurden verletzt. Als Drahtzieher gelten bin Laden und sein Netzwerk Al-Kaida.
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Besonders verheerend war der Anschlag in Nairobi, bei dem 219 Menschen ums Leben kamen. Unter den Toten waren 12 Amerikaner und rund 100 kenianische Botschaftsmitarbeiter. In Daressalam, wo eine Bombe die Fassade der Botschaft wegriss, starben 11 tansanische Angestellte. 75 Menschen wurden verletzt.
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11. September 2001: Die Terror-Anschläge vom 11. September haben die Welt verändert. An diesem Tag greifen 19 islamistische Terroristen Symbole amerikanischer Macht an und töten rund 3000 Menschen. Die Bilder der einstürzenden Türme des World Trade Centers in New York gingen um die Welt und lösten Entsetzen aus.
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Am Morgen kaperten die Terroristen vier zivile US-Boeings mit insgesamt 265 Menschen an Bord. Ein Flugzeug raste in den Nordturm des World Trade Centers und setzte ihn in Brand, kurze Zeit später krachte die zweite Maschine in den Südturm. Das dritte Flugzeug zerschellte 34 Minuten später im Westteil des Pentagon in Washington. Offenbar nach einem Kampf im Cockpit stürzte kurz darauf bei Pittsburgh (Pennsylvania) die vierte Maschine auf freiem Feld ab.
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Unter dem eingestürzten World Trade Center wurden mehr als 2750 Opfer begraben. Auch die Entführer starben. In Washington gab es rund 190 Tote, darunter 5 Entführer. In Pennsylvania starben alle 44 Flugzeuginsassen, darunter die 4 Entführer.
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31. August 2004: Eine mutmaßliche Tschetschenin sprengt sich in Moskau am Eingang der belebten U-Bahn-Station Rischskaja in die Luft. Elf Menschen sterben, darunter die Attentäterin und ihr Komplize, ein seit langem gesuchter Terrorist aus der nordkaukasischen Teilrepublik Karatschai-Tscherkessien. Rund 50 Menschen werden verletzt. Die Terrorgruppe Islambuli-Brigaden der Al-Kaida bekennt sich zu der Tat.
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23. Juli 2005: Bei einer Serie von Anschlägen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich werden 66 Menschen getötet. Ein Terrorist rast mit seinem Auto in die Eingangshalle des Ghazala Garden Hotels und sprengt sich dort in die Luft. Zu den Anschlägen bekennen sich eine mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Organisation und die Gruppe „Heilige Krieger von Ägypten“.
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9. November 2005: Drei Selbstmordattentäter reißen in der jordanischen Hauptstadt Amman 60 Menschen mit in den Tod. Die stärkste Explosion ereignet sich im Radisson SAS Hotel während einer Hochzeitsfeier, wo sich der Terrorist unter die Gäste mischte. Auch in den Fünf-Sterne-Hotels Grand Hyatt und Days Inn detonieren Bomben. Die bis dahin im Irak operierende Terrorgruppe Al-Kaida im Zweistromland um den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi bekennt sich zu der Tat.
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US-Spezialkräfte haben einen der gefährlichsten Männer der Welt getötet: Osama bin Laden wurde vor allem nach den Attentaten vom 11. September 2001 in New York und Washington für viele Menschen zum Inbegriff des Bösen. FR-online zeigt die schlimmsten Attentate der Terrororganisation Al-Kaida.
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Linkspartei in der Krise
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Der 11. September 2001: Die Todespiloten
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Der 11. September 2001: Die Todespiloten
Waleed M. Alsheri
Möglicherweise saudi-arabischer Herkunft. Alsheri gab nach FBI-Angaben mehrere Identitäten mit unterschiedlichen Geburtsjahren zwischen 1974 und 1979. Er soll in den USA studiert und im Bundesstaat Florida in Orlando, Hollywood und Daytona Beach gewohnt haben. 1997 schloss er in Florida seine Ausbildung zum Piloten für Verkehrsflugzeuge ab.
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Wail M. Alsheri
Der Passagier von Sitz Nr. 2A soll neben Mohamed Atta einer der Piloten auf Flug AA 11 gewesen sein. Er hatte Wohnsitze in Florida und Massachusetts und gab als Geburtsdatum 1.9.1968 an. Zwei Wochen vor den Anschlägen soll Wail Alsheri von Saudi-Arabien aus in die USA eingereist sein. Laut der Nachrichtenagentur AP hat das FBI Hinweise, dass sich Wail Alsheri mit seinem Bruder Waleed Alsheri in der Nacht vor den Anschlägen in einem Hotel in Newton, einem Vorort von Boston, aufhielt.
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Satam Al Suquami
Angeblich saudi-arabischer Nationalität, geboren am 28. Juni 1976. In seinem US-Führerschein, ausgestellt in Florida, taucht die gleiche Adresse auf, die auch Wail Alsheri nutzte, der als einer Todespiloten auf Flug AA 11 gilt.
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Abdulazis Alomari
Soll mit seiner Frau und vier Kindern in Florida gelebt haben, wo er in Vero Beach Flugstunden nahm. Er gilt als einer der Todespiloten. Alomari benutzte als Geburtsdaten 24.12.1972 und 28.5.1979. Gemeinsam mit Mohamed Atta flog er am Tag vor den Anschlägen von Portland nach Boston, wo die beiden Männer in die Boeing umstiegen, die wenig später ins World Trade Center stürzen sollte.
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United Airlines Flug UA 175
United Airlines Flug UA 175 hob um 7:58 in Boston mit Ziel Los Angeles ab. Um 9:05 Uhr stürzte die Boeing 767 in den Südturm des World Trade Center. Auch in dieser Maschine saßen fünf Männer, die das FBI als mutmaßliche Entführer identifizierte.
Marwan Al-Shehhi
Nach Erkenntnissen des FBI steuerte der 23-Jährige das Flugzeug, das den zweiten Turm des WTC traf. 1996 kam Al-Shehhi als Student mit einem Stipendium der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate nach Deutschland.
In Bonn besuchte er unter dem Namen Marwan Lekrab von 1997 bis 1999 ein Studienkolleg. Anschließend zog er nach Hamburg und schrieb sich an der Technischen Universität Harburg für Schiffbau ein.
In einer Islam-AG an der Uni traf er auf Mohamed Atta und Ziad Amir Jarrah, mit denen er eine gemeinsame Wohnung in der Harburger Marienstraße bezog. Alle drei meldeten 1999 ihre Pässe als verloren.
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Fayed Rashid Ahmed Hassan Al Qadi Banihammad
Als letzten bekannten Aufenthaltsort geben die US-Behörden Delray Beach in Florida an.
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Ahmed Alghamdi
Als letzten bekannten Aufenthaltsort geben die US-Behörden Delray Beach in Florida an. Ahmed Alghamdi soll sich nach Informationen von Interpol außerdem im US-Bundesstaat Virginia und in Saudi-Arabien aufgehalten haben.
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Hamza Alghamdi
Als letzten bekannten Aufenthaltsort geben die US-Behörden Delray Beach in Florida an.
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Mohand Alsheri
Als letzten bekannten Aufenthaltsort geben die US-Behörden Delray Beach in Florida an.
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American Airlines Flug AA 77
American Airlines Flug AA 77 startete um 8.10 Uhr in Washington-Dulles mit Ziel Los Angeles. Um 9.39 Uhr zerschellt die Maschine im südwestlichen Gebäudeteil des US-Verteidigungsministeriums, an Bord fünf mutmaßliche Terroristen.
Hani Hanjour
Als Wohnadressen von Hani Hanjour werden Phoenix/Arizona und San Diego angegeben, als Heimatadresse gilt Saudi-Arabien. Er soll in Scottsdale Flugunterricht genommen und 1999 seine Pilotenlizenz erworben haben.
Hanjour steuerte vermutlich die Maschine, die ins Pentagon stürzte. Kurz vor den Anschlägen trainierte er zusammen mit Majed Moqed, Khalid Almidhar, Nawaq Alhamzi und Salem Alhamzi in einem Fitness-Studio in Greenbelt, Maryland.
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Khalid Almidhar
Khalid Almidhar, der wahrscheinlich aus Saudi-Arabien stammt, lebte im vergangenen Jahr in San Diego, möglicherweise auch in Los Angeles und New York. In San Diego soll er zusammen mit Nawaq Alhamzi Flugunterricht genommen haben.
Im September 2000 mieteten beide Männer gemeinsam für einige Wochen ein Zimmer von Abdussattar Shaikh, einem pensionierten Professor der Universität und Mitbegründer der Islamischen Zentrums San Diego. Shaikh, der nicht als Verdächtiger gilt, informierte nach den Anschlägen die Behörden.
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Majed Moqed
Vermutlich saudi-arabischer Herkunft. Majed Moqed soll kurz vor den Anschlägen in einem Fitness-Studio in Greenbelt, Maryland trainiert haben - ebenso wie Khalid Almidhar, Nawaq Alhamzi, Salem Alhamzi und Hani Hanjour.
Am 5. September hob Moqed zusammen mit Hani Hanjour an einem Bankautomaten in Laurel, Maryland, Geld ab und wurde dabei von einer Videokamera gefilmt.
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Nawaq Alhamzi
Als Wohnadressen werden Fort Lee und Wayne (New Jersey) und Los Angeles angegeben. Nawaq Alhamzi, vermutlich saudi-arabischer Herkunft, nahm in San Diego zusammen mit Khalid Almidhra Flugstunden.
Im August 2001 hatte der CIA Informationen darüber, dass Nawaq Alhamzi zu dem Terrornetzwerk von Osama bin Laden gehört und möglicherweise dem Bombenanschlag auf den US-Zerstörer USS "Cole" im Jemen zu tun hat.
Das FBI setzte den Verdächtigen am 23. August auf die Fahndungsliste.
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Salem Alhamzi
Schon im Tschetschenien-Krieg sollen Salem Alhamzi und sein Bruder Nawaq nebeneinander gekämpft haben. Beide Brüder haben nach Ermittlungen der Behörden in Fort Lee und Wayne (New Jersey) gewohnt.
Seit August 2001 fahndete das FBI nach Salem Alhamzi, der verdächtig war, Mitglied des Terrornetzwerkes von Osama bin Laden zu sein.
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United Airlines Flug UA 93
United Airlines Flug UA 93 hebt um 8.42 Uhr in Newark mit Ziel San Francisco ab. Um 10.03 Uhr stürzt es in der Nähe von Pittsburg im US-Bundesstaat Pennsylvania ab. In der Boeing 757 saßen nach FBI-Ermittlungen nur vier mutmaßliche Terroristen.
Ziad Samir Jarrah
Der 26-Jährige kam 1996 aus dem Libanon nach Deutschland. Er lebte zunächst in Greifswald, zog 1997 nach Hamburg, wo er sich an der Fachhochschule für Flugzeugbau einschrieb. Zeitweise war Jarrah Mitglied in der Harbuger WG in der Marienstraße. Ab 1999 wohnte er bei seiner Freundin in Bochum, die ihn später als vermisst meldete.
Im Sommer 2000 reiste er in die USA, wo er Mohamed Atta und Marwan Al-Shehhi getroffen haben soll. Wie sie nahm er in Florida offenbar Flugunterricht.
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Saeed Alghamdi
Als letzten bekannten Aufenthaltsort geben die US-Behörden Delray Beach in Florida an.
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Ahmed Ibrahim A. Al Haznawi
Als letzten bekannten Aufenthaltsort geben die US-Behörden Delray Beach in Florida an, als Geburtsdatum 11. Oktober 1980. Möglicherweise saudi-arabischer Staatsbürger.
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Ahmed Alnami
Als letzten bekannten Aufenthaltsort geben die US-Behörden Delray Beach in Florida an.
Die derzeit von den USA meistgesuchten Terroristen finden Sie auf der FDBI-Website unter Most Wanted Terrorists
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American Airlines Flug AA 11
American Airlines Flug AA 11 startete um 7.45 Uhr in Boston mit Ziel Los Angeles. Um 8.45 Uhr raste die Boeing 767 in den Nordturm des World Trade Centers. Nach Angaben des FBI waren fünf Männer an Entführung und Absturz der Maschine beteiligt.
Mohamed Atta
Das FBI sieht in dem 33-jährigen Ägypter eine Schlüsselfigur für die Anschläge vom 11. September. Die Ermittler halten ihn für den Piloten der ersten Maschine, die das World Trade Center trifft.
1992 kam Mohamed Atta mit einem Architekturdiplom der Universität Kairo nach Hamburg, wo er sich an der Technischen Universität Harburg für Stadtplanung einschrieb. An der Uni initiierte er eine Islam-AG. In dieser Studentengruppe lernte Atta vermutlich zwei spätere Mit-Attentäter kennen: Ziad Amir Jarrah und Marwan Al-Shehhi. Alle drei meldeten 1999 fast zeitgleich ihre Pässe als verloren.
Im Jahr 2000 nahm Atta Flugunterricht in Florida. Dabei zeigte er sich besonders an Wendemanövern interessiert. Bis Mai 2001 pendelte Atta zwischen Hamburg und den USA, dann mietete er eine Wohnung in Hollywood, Florida. Sein Ticket für den Flug AA 11 buchte er Ende August per Kreditkarte im Internet. Er gilt als Kopf der Aktion.
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Jetzt ist die Furcht besonders groß, dass es zu Selbstmordanschlägen oder Sprengstoffattacken in U-Bahnen und Bahnhöfen in den USA oder in Europa kommen könnte. Oder zu Flugzeugentführungen und Angriffen auf westliche militärische Ziele und US-Botschaften im Nahen Osten, die ohnehin seit langem bedroht sind. Oder es macht sich der einfache Amateur-Dschihadist auf und legt eine Bombe in einem Supermarkt.
Es wird wahrscheinlich zu Anschlägen kommen. Engagierte Langzeit-Dschihadisten, die als Schläfer in die Mitte der westlichen Gesellschaften platziert wurden, könnten nun aktiv werden und Anschlagspläne umsetzen, an denen sie seit Jahren gearbeitet haben. Solche Täter sind schon in den USA aufgegriffen worden. Es waren Einzelpersonen, die in den Stammesgebieten ausgebildet worden waren und dann in US-Städte zurückkehrten, um einen Anschlag zu verüben, der meist von den Sicherheitsbehörden in letzter Minute vereitelt wurde.
Einige Staaten sind besonders gefährdet. Da ist vor allem Afghanistan. Dort ist der Franchise-Gedanke von Al-Kaida unter Dschihadisten wie der Haqqani-Gruppe besonders verbreitet. Allerdings unterhielt Al-Kaida seine Basis in letzter Zeit in Pakistan – trotz einer ganzen Serie von Dementis der pakistanischen Behörden, die sich jetzt als falsch erwiesen haben. Und es ist diese Verbindung, die Pakistan extrem verwundbar macht.
Das Netzwerk Al-Kaida und seine verbündeten pakistanischen Gruppen sind fest entschlossen, im Gedenken an Osama bin Laden eine Serie von Bombenanschlägen zu verüben. Das wird die Spannungen in einem Land noch zusätzlich erhöhen, das ohnehin schon von Energie-Engpässen und einer Wirtschaftskrise geplagt wird.
Schließlich mögen Al-Kaida und seine Verbündeten finden, dass jetzt der richtige Moment gekommen sei, um große Verwerfungen zwischen Indien und Pakistan zu schaffen. Das könnte durch einen Angriff auf indisches Territorium nach dem Vorbild des Anschlags von Mumbai geschehen. Und das hätte zum Ziel, den Verfolgungsdruck auf Al-Kaida-Mitglieder in Pakistan zu verringern.
Der Nahe Osten mit der arabischen Revolution bleibt ein großes Vakuum für Al-Kaida. Trotz des Rückschlags, den der Tod Bin Ladens bedeutet, ist die Region für Al-Kaida weiterhin äußerst bedeutsam, um Einfluss zu bekommen auf die neue Führungsgeneration, die in Tunesien, Ägypten, Syrien und den Golfstaaten entsteht. Allerdings wird das sehr schwer werden.
Al-Kaida stehen schwierige Zeiten bevor. Sicherlich wird Bin Ladens Tod den Geheimdiensten rund um den Globus viele Hinweise bringen, um andere Top-Terroristen ergreifen zu können. Allerdings: Al-Kaida wird nicht über Nacht verschwinden.
Übersetzung aus dem Englischen: Damir Fras